wo sind nur unsere Manieren hin, Camping hatte ich anders in Erinnerung...

Guten Morgen,

nur so am Rande, wir waren zehn Tage auf einem Campingplatz in Norditalien. Sehr angenehm dabei: Der Platz war hundefrei.

Es gab keine besonderen Vorkommnisse zu vermelden, es waren alles nur nette und freundliche Leute auf dem Platz.
 
Guten Morgen,

nur so am Rande, wir waren zehn Tage auf einem Campingplatz in Norditalien. Sehr angenehm dabei: Der Platz war hundefrei.

Es gab keine besonderen Vorkommnisse zu vermelden, es waren alles nur nette und freundliche Leute auf dem Platz.
Die Pfingstferien 2026 ebendort wieder eingecheckt.

Alles bestens, bis auf die Nachbarn gegenüber: Feierbiester, laut, kreischig, grölend, 3 Parteien, die hatten drei Parzellen nebeneinander gebucht. Uuuuuuuuuuuuuuuuuerträglich. Die Kinder taten mir so leid.

Ich musste eine Weile überlegen, und dann kam mir die Idee, Gleiches mit Gleichem auszutreiben:

Erst einmal eine Anderthalbliterflasche Südtiroler Schädelsprenger und eine Buddel billigen weißen Rum rübergebracht, als Dankeschön für den Zelthering, den mir der Padron der Sippe unaufgefordert zugereicht hatte.

Kurz danach nochmals zwei große Rotweinflaschen hingestellt, und zwei weitere Flaschen von dem weißen Fusel.

Das hat gewirkt. Die Fuzzis waren in der Folge auffällig, wurden von der nächtlich über den Platz patroullierenden Security ermahnt und flogen am nächsten Tage hochkant raus 👍 💪🥳.
 
Leute, ich sag´s Euch, ich bin total harmlos, wenn ich vergleiche, was andere so abziehen:

Die letzten Tage waren wir auf einem Campingplatz an der Elbe, eigentlich alles im grünen Bereich. Moderater Lärmpegel durch Kinder, es sind halt Sommerferien, und durch schwerhörige ältere Mitmenschen. So weit, so gut.

Vorgestern ist ein Päarchen eingetrudelt, vielleicht aus Wacken, die haben es aber eindeutig übertrieben, in dem sie so einen komischen Lautsprecherwürfel vors Wohnmobil gestellt und damit viel zu laut so komische Humbadumbadumpf - "Mucke" haben laufen lassen.
Am Vormittag ging der Typ zum Waschhaus und hat nochmals lauter aufgedreht.

Fragt mein Stellplatznachbar: "Warum hast Du das so laut gemacht?"
Der Typ: "Damit ich auch beim Duschen geile Musik habe."

Da hatte er sich allerdings geschliffen. Aber so was von. Mein Nebenancamper nahm die Rappelkiste, stellte sie in die Geschirrspülschüssel von den Fuzzis, leerte den Inhalt seines Grauwassertanks drüber und brunzte dann noch im hohen Bogen über das verstummte Elend.

Auf die Schilderung der nachfolgenden Szenerie verzichte ich aus ethischen Gründen.
 
Puh, wenn ich das so lese, hatten wir im Juni auf unserem Roadtrip von Wien nach Sagres (Portugal) und retour über Cavallino (Italien) nur Glück. Immer nette Camper, großteils ruhig.

Nur am letzten Campingplatz in Cavallino, wo wir seit 18 Jahren (bis letztes Jahr immer im Mobilhome) hinfahren gabs nur zwei Punkte.
  1. deutscher Camper neben uns hatte ein billig Klima-Splitgerät welches alle 5min startete - das lies mich fast ne ganze Nacht nicht schlafen.
  2. der selbe Camper hatte einen Wasserschlauch angeschlossen und das Ventil offen, leider war es undicht sodass Wasser auf alle Stromkabeln von 3 Campern in der Nähe (inkl meinem) kamen. Ich wies ihn 2x darauf hin das er doch bitte das Wasser abdrehe da sein Kabel auch ein Innenraumkabel sei und seine Kinder dort immer spielten. Beim dritten Mal sagte ich ihm nur "schau, mir ists egal wenn deine Kinder an einem Stromschlag drauf gehen. Gesagt hab ichs dir zweimal (und auch abgedreht), ist nicht mein Problem. War ihm und seinen Kindern auch egal - haben munter in den Pfützen gespielt wo Stromkabeln lagen.
Nicht meine Kinder - nicht mein Problem 🤣 🤣
Aber sonst hatte wir überhaupt keine Probleme. Klar manches mal gabs kläffende Hunde, die hab ich aber bei meinem Nachbarn zuhause auch
 
Neulich an der Nordsee bei Regen und leichten Böen einen Camper im Van darauf aufmerksam gemacht, ob er denn seine Kabeltrommel (mit Steckdosen nach oben) nicht aus dem Regen nehmen und unters Fahrzeug legen wolle. Den Stromausfall habe er ebenfalls noch nicht bemerkt.
Man kann erahnen, wie der Spruch "Merkst du noch was ?" zustande gekommen sein könnte.
 
Klar manches mal gabs kläffende Hunde, die hab ich aber bei meinem Nachbarn zuhause auch
Mal ist ja ok. Es gibt aber diese Hunde, denen das alles auf dem CP zu stressig ist und die dann nur am kläffen sind. Aber auch Kinder die morgens um 07.30 um die Wohnwagen Fahrradfahren und aus voller Röhre die ganze Zeit rumschreien, ohne dass die Eltern irgendwas sagen. 20Meter weiter ist ein Spielplatz. Habe selber ja auch Zwerge in dem Alter gehabt. Bei so einem Geschrei wären sie wieder schlafen gegangen, wenn sie nicht Rücksicht nehmen. Selbst diese Kleinen können sowas lernen.
Immerhin haben die Eltern nach unserem Hinweis gehandelt. Die nächsten Tage war ruhiger.
 
Da hatte er sich allerdings geschliffen. Aber so was von. Mein Nebenancamper nahm die Rappelkiste, stellte sie in die Geschirrspülschüssel von den Fuzzis, leerte den Inhalt seines Grauwassertanks drüber und brunzte dann noch im hohen Bogen über das verstummte Elend.
Fotos, Video ?
 
Selbst diese Kleinen können sowas lernen.
Viele dieser Kleinen wachsen nicht wie früher in einer behüteten Umgebung auf sondern werden noch bevor sie Laufen können in diese Kinderverwahranstalten gegeben.

Damit auch die Mamis schnell wieder arbeiten können, entweder, weil diese das so wollen oder weil sie müssen.

Wenn die Kleinen dort nicht untergehen wollen müssen sie sich durchsetzen, und das geht am einfachsten mit Lärm und Geschrei. Dieses Verhaltensmuster nehmen sie aus der Kita mit nach Hause.

So was in Kombination mit unfähigen/gleichgültigen Eltern willst Du nicht neben Dir haben.
 
Einspruch aus voller Seele: Auch ich war in Kinderkrippe und Kindergarten und behaupte von mir, daß ich dank meiner Eltern und Großeltern, der Kinderkrippnerinnen (oder wie auch immer das heißen mag) und der Kindergärtnerinnen und Lehrer und Lehrerinnen und auch einer anderen Zeit (vor +/- 50 Jahren) zu einem einigermaßen normalen Menschen herangewachsen bin.

Wichtig sind vor allem die (Groß-) Eltern - wenn da was im Argen ist, dann potenziert sich das bei den Kindern... Aber wenn Handy und das ICH wichtiger sind als die Kinder, dann klappt das eben nicht.

Wir haben hier in der Nachbarschaft z.B. eine kleine Familie (in Sicht- und Hörweite meines Homeoffice), 2 Kinder im Kindergarten / Schule, Mu und Va arbeiten. Die Familie unternimmt viel gemeinsam. Aber da gibt es kein Geplärre, kein Geschrei, die Kinder helfen im Garten und spielen mit den Kumpels in kindgerechter Weise. So wie wir früher auch. Und da gehört etwas Lärm auch dazu - besser als das Uffta Uffta von anderen Siedlungsbewohnern in ihren Stadtpanzern mit den Schallverstärkern im Auspuff...
 
Ich kann aktuell von einem tollen Aufenthalt auf einem internationalen Campingplatz in den Alpen berichten. Alle Generationen aus vielen, überwiegend europäischen Ländern.
Ich kann keinen Unterschied zwischen den Nationen oder zu vorangegangenen Generationen ausmachen.

Kinder sind lauter als Greise. Das war schon immer so. Sport macht auch Lärm. Das war auch schon immer so. Vor allem die männliche Jugend hat ein ausgeprägtes Balzverhalten. Auch das ist nichts neues.
Und wenn man älter wird muss man aufpassen, dass die eigene Komfortzone nicht auf die Größe einen Reiskorns schrumpft. Auch das war schon immer so.

Bis auf das Letztere kann ich wenig beeinflussen. Daher versuche ich beim Älterwerden nicht allzu pingelig zu werden. Was mir bis jetzt nicht schwerfällt.

Vielleicht habe ich aber auch nur Glück und die ganzen Nervensägen der Welt sind nie auf meinen Campingplätzen, nicht in meiner Nachbarschaft und auch nicht in den Restaurants, die ich besuche.

Ansonsten allen viel Spaß. Und nicht alles so eng sehen. Und aufpassen, dass man nicht selbst zur Nervensäge wird. Wenn einen so viel stört liegt es nicht selten an einem selbst.
 
Kinder sind halt laut.
Im Endeffekt liegt es an den Aufsichtspersonen, die die Kids mal einbremsen, wenn es zu heftig wird.
Das geht aber nicht, wenn sie wegschauen.
 
Das ist genau der Punkt und nennt sich Erziehung.
Sind Kinder laut, ja ,nervt das, kommt drauf an, ist das schlimm. Nein erstmal ist das nicht schlimm, das Problem ist nicht das Kind, das Problem ist der Erwachsene der die Aufsicht hat und die Aufgaben das wenn es zu wild wird einfach mal zu bremsen. Hat bei uns selbst in der Kindheit bestimmt auch mal besser und mal schlechter geklappt. Alles kein Problem. Aber halt aus purer Bequemlichkeit und, oder Ignoranz einfach nicht den Kindern beibringen das sich nicht die ganze Welt nur um sie dreht und sie auch selbst mal auf andere Rücksicht nehmen müssen.
Aber das ist vielleicht das Haupt Problem heute. Jeder will Aufmerksamkeit und jeder ist der Meinung das er ganz toll und besonders ist und Regel gelten sowieso nur für andere.
Wenn ich Rücksicht möchte muss ich aber auch selber bereit sein Rücksicht zu nehmen.
 
Betreuung (mit entsprechendem Eingreifen) ist. m.E. nicht das Gleiche.
Betreuung ist situationsbezogen, Eine Maßnahme kann einmal notwendig sein, bei sonst ähnlichen Umständen wiederum nicht.
Erziehung ein auf eine längeren Zeitraum ausgelegtes Konzept und soll, wenn es optimal funktioniert, das momentane Eingreifen überflüssig machen.
 
Zu dieser Debatte fällt mir eine Anekdote aus den 1980ern ein.

Eine Mutter und ihr Kind sitzen zusammen mit einem Reisenden in einem Zugabteil. Das kleine benimmt sich ziemlich daneben und der Reisende spricht die Mutter darauf an.
"Tut mir leid.", sagt sie. "Es soll seine Gefühle zum Ausdruck bringen."
Da holt der Reisende aus und ohrfeigt das Kind.
"Tut mir auch leid.", erklärt er der empörten Mutter. "Ich bin antiautoritär erzogen worden."

Ergo: früher war es genauso, nur die Vokabeln waren andere...
 
Wie der Herr, so's Gescherr. 👆 .
Meine Eltern ( kriegsgeneration) haben bestimmt nicht alles "richtig" gemacht.
Preußisch, wilhelminische law and Order Methode ohne reflektion ihrerseits. Wenn es zu laut oder bunt wurde....reichte meistens ein nonverbaler erhobener Finger. Ich habe meine Kindheit trotzdem sehr genossen, ohne Helikopterung oder oder ständige Reizüberflutung. Meine Eltern ham halt auch nicht permanent ins Handy gestart......und die Umwelt ignoriert 💁‍♂️
 
ich behaupte jetzt einfach mal das Gegenteil. Früher war es lauter und die Jugend war wilder.
Ich möchte nicht auf einem Campingplatz sein, auf dem der junge Editionbeach mit seiner Mofaclique das Wochenende verbracht hat.
Und wenn ich daran denke, wie wir in jungen Jahren die Siedlung unsicher gemacht haben. Gespielt und gekickt bis in den Einbruch der Dunkelheit. Manchmal darüber hinaus. Welche Kinder schießen heute noch Fensterscheiben kaputt?
Dann ist es so, dass sowohl die Jugend als auch deren Eltern früher viel mehr gesoffen haben als heute. Vor wenigen Jahrzehnten hatten wir in D einen 50% höheren Alkoholkonsum als heute.
Heute macht ja keiner mehr richtig Party.
Das nächste ist die Ernährung. Früher wurde auf dem ganzen Campingplatz bis in die Nacht gegrillt. Heute macht Dinkeldörte für ihre Brut ein veganes, geruchsneutrales Mahl im Thermomix.
Während man früher die Eltern in den Ferien zum Frühstück, Mittag- und Abendessen gesehen hat und sonst gemacht hat was man will, herrscht heute helikoptermäßige 24/7-Überwachung.
Früher gab es extrem auffällige Kinder, ohne dass diese in eine Schublade gesteckt wurden. Heute geht man, wenn das Kind nur ein wenig lauter ist zum Doc. Dort wird es in eine Schublade gesteckt und die Eltern bekommen Tabletten um das Kind ruhig zu bekommen.

So, das war jetzt vielleicht auch ein wenig überspitzt und einseitig. Aber mit den Märchengeschichten, der wohlerzogenen Jugend der 70er/80er90er-Jahre kann ich nichts anfangen. Es gab wahrscheinlich kaum ne wildere und rebellischere Jugend. Aber vielleicht finden sich hier im Thread tatsächlich ein paar seltene Exemplare, die diese Zeit ruhig und obrigkeitshörig verbracht haben. Ich glaube aber eher an teilweisen Gedächtnisverlust in Kombination mit zunehmender Sensibilität im Alter 😉
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich hab nie behauptet brav gewesen zu sein, leise schoma überhaupt gar nicht. Aber es gab halt auch keine Dinkel dörte und Helikopter nur aufm Flugtag......deshalb volle Zustimmung 💪 :D
 
Hat jemand behauptet dass wir als Kind besser gewesen sind, ich glaube nicht. Aber unsere Eltern haben uns schon Grenzen gesetzt, natürlich nicht immer mit Erfolg, aber im Gegensatz zu heute habe wir denke ich recht früh gelernt Respekt vor anderen Menschen und älteren zu haben.
Klar auch das hat nicht immer geklappt. Aber wenn du heute als Erwachsener einem Kind sagst das es doch bitte mal etwas ruhiger sein soll kommen nicht etwa die Eltern und bestätigen das, nein sie geben dem Kind recht, das hat es bei mir nicht gegeben, im Gegenteil, die Eltern haben den Erwachsene bestätigt und dir gesagt das du auf den hören musst.
Klar hat das auch nicht immer geklappt, darum geht es ja auch überhaupt nicht, sondern darum das die Eltern selbst des dümmsten Kindes der Meinung sind das Kind ist hochbegabte und Grenzen und Regeln sind nur für andere.
Natürlich gibt es und gab es immer schon Ausnahmen, sowohl positiv wie negativ. Aber wenn wir auf dem Campingplatz in der Mittagsruhe krach gemacht haben gab es Ärger auch von den eigenen Eltern.
Auch sonst hat man sich halbwegs an die Regeln gehalten und Rücksicht auf die anderen genommen.
Natürlich gab es auch damals schon selbstsüchtige arschlöcher. Aber die wurden dann auch so benannt und nicht noch bestätigt.
 
Wenn die Kleinen dort nicht untergehen wollen müssen sie sich durchsetzen, und das geht am einfachsten mit Lärm und Geschrei. Dieses Verhaltensmuster nehmen sie aus der Kita mit nach Hause.
Hüstel...nach der Einschulung merkt man sehr schnell beim Besuch der neuen Klassenkameraden welche Kinder in einer Kita vernünftig sozialisiert wurden, und welche verzogenen Gören den ganzen Tag daheim bei Mama unbeaufsichtigt waren. Die haben dann auch häufig eine Essbehinderung.

Camping in Europa hat sonst so eher was von Legehennenhaltung, ist eigentlich aus ethischen Gründen abzulehnen. Norwegen mit Wohnwagen war toll, aber südlicher... 🤮
 
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