Hm....... so ganz bin ich da nicht Deiner Meinung, es bestehen doch deutliche (selbst erfahrene) Unterschiede im Bremsweg & Nässeverhalten zwischen Sommer & Winterreifen gleicher Raddimension am selben Auto.
Ja, richtig: Etwa bis zum Gefrierpunkt hast Du auch im Winter mit Sommerreifen fast nur Vorteile (auch wenn mich die Reifenhersteller wegen dieses Tabubruchs jetzt anprangern, ich rede aber aus eigener Test-Erfahrung. ABER (!!!): Das Blatt wendet sich augenblicklich, sobald auch nur EINE Schneeflocke fällt. Auf Schnee versagen die Sommerpneus völlig, da hilft auch Silika nicht mehr (abgesehen davon, dass das jetzt generell 20 Euro kostet)!
Unter 0°C verhärten die Sommerreifen rapide, ihre Sommergummimischung radiert jetzt nur noch statt die Makrostruktur des Asphalts zu kopieren. Folge: Zunahme des Bremswegs trotz viel höheren Profil-Positiv-Anteils!
Die bessere Traktion auf Schnee traue ich (durchaus laienhaft) dem schmaleren Reifen zu, aber das überlaß ich in letzter Konsequenz den Bewohnern der Alpenregionen.
Ich bin mir sicher, daß der ADAC schmale & breite Winterreifen für ein Fahrzeug schon mal miteinander verglichen hat.
Klares NEIN. Breitere Aufstandsfläche bedeutet abnehmende Flächenpressung. Je niedriger die Flächenpressung, desto höher die übertragbaren Seiten- und Bremskräfte.
Richtig ist, dass schmalere Reifen im TIEFSCHNEE Vorteile bieten – weshalb Rallyefahrer eine Kombination aus Schmal-Winterreifen und Spikes benutzen.
Und wer mal Schneeketten braucht, hat eh keine andere, als die "Schmalspur" Wahl.
Richtig. Aus technischen Gründen (Freigängigkeit) ist der Dimensionsexplosion nach oben eine Grenze gesetzt.
Es ist sicherlich richtig, daß die heutigen modernen (Silica-) Gummimischungen breite Aufstandsflächen bei dennoch guter Wintertauglichleit gewährleisten.
Aber es ist genauso wenig für den Laien durchschaubar, wie sich nun so ein Reifen wirklich auf kalter oder eben noch nicht so kalter Fahrbahnoberfläche verhält.
"Die 5°C Lüge" aus dem letzten Jahr ließ noch viele Fragen offen.
Es war die 7-Grad-Lüge, die aber keine ist: Es war und ist eine durchaus vernünftige RICHTGRÖSSE, nach der man sein Umrüstverhalten orientieren kann: Fällt das Thermometer auf sieben Grad, ist es Zeit umzurüsten. Das heißt nicht, dass die Sommerreifen jetzt automatisch nichts mehr taugen. Ich verweise aber trotzdem noch mal auf die Gefahr von Schneefall. Dann geht NICHTS mehr. Gerade moderne Sommerreifen sind auf Schnee SCHLECHTER als die früherer Generationen.
Journalist hin oder her,
Lieber hin. Ich schreibe nicht nur darüber, ich teste auch selbst für Auto-Fachmagazine und war vor meinem jetztigen Job selbst Reifenentwickler und -versuchsleiter
ich habe den Eindruck, daß zum Thema Winterreifen viele Meinungen, in entsprechendem Zusammenhang dargestellt, richtig sein können.
Hier spielen natürlich auch Herstellerinteressen eine Rolle.
(Seitenhieb: Es gibt Reifenbetriebe, die verweisen ganz unverfroren auf eine Winterreifenpflicht....

....die es nach wie vor nicht gibt...)
Nur 2 Dinge finden sich konsequent in allen Berichten wieder:
- ausreichendes Profil
- korrekter Luftdruck
und daß darauf leider immer noch viel zu wenig geachtet wird und mind. das Fehlen eines der beiden Faktoren mehrheitlich auslösend für eine Reifenpanne war
Und grundsätzlich gilt (für mapman):
Die zugelassenen technischen Eigenschaften des Fahrzeuges werden mit der Serienbereifung in vollem Umfang, also Spritverbrauch, aber auch Vmax & Bremsweg erreicht.
Wenn man sich ausschließlich in diesem Bereich bewegen will, greift man zu gleich dimensionierten "Basis" Sommer & Winterreifen.