AW: Wie finanziert ihr denn den Cali?
Ich muss jetzt aber nochmal auf den Finanzierungskram einsteigen. Sicher, wenn man den halben Mediamarkt auf Pump in der Bude liegen hat, dann sollte man sich mal überlegen ob die eigene Einstellung zu Geld und Wert kompatibel mit dem eigenen Leben ist! Die Parameter für einen Autokauf und die Nutzung des selbigen sind aber schon in gewisser Weise gut kalkulierbar. Sofern man immer den realistisch-schlimmsten Fall (der ist ein Mittelwert aus dem Schlimmsten und eine geringfügigen Unglück) berücksichtigt hat und abdecken kann, sollte man die eigene Zweifel beseitigt haben.
Das setzt auch voraus, das man genug Menschenverstand mitbringt und sich nicht betrunken (generell nach Alkoholkonsum) hinter das Steuer setzt und so Leib, Leben und Gut riskiert.
Hat man kein/wenig Kapital, bezahlt man immer mehr als wenn man das Geld "locker" hat, das ist auch sicher und nicht erst seit gestern so.
Meinen Ibiza habe ich ohne Anzahlung und Schlussrate finanziert. Der Mehrpreis (für Finanzierung/Absicherung) bei NP 24000 € sind stolze 3000 € inkl. Sicherheit gewesen. Die Garantiezeit des Wagens betrug 4 Jahre, also sollten die 27000 € auch in 4 Jahren (max. 5 Jahren) abbezahlt werden. Gegen Pech oder Unglück gibt es eine Haftpflicht+Vollkasko, gegen Arbeitslosigkeit eine RSV. Der Breakeven ist dann abhängig von der Fahrleistung etwas früher oder später erreicht. Bei mir war es "erst" nach 2,5 Jahren, da ich viel fahre.
Raten von fast 600 € sind auch sicherlich nicht für jeden verkraftbar aber das ist dann einfach der Preis. Ob man jetzt mit einem Bums 24000 € auf die Theke haut oder sich das in 48 anschauliche 580 € verpackt... Wenn Du ein Auto neu kaufst und es nach einem Jahr wieder verkaufst ziehst Du immer den Kürzeren.
Für den Cali habe ich meine Finanzen etwas ander berechnet und durch den Fakt, das ich den Wagen nur als "Hobby-Auto" nutze und entsprechend wenig bewege bin ich bereits kurz nach dem Kauf auf der sicheren Seite. Fährt mir einer rein, wird es repariert. Platzt der Motor, spricht die Garantie an. Weigert sich die Garantie, dann hat man noch eine Rechtschutzversicherung... und hilft alles nichts, dann fällt das in den Punkt: Blöd gelaufen. Ich weiss, man kann alles mit folgendem Spruch relativieren: Du gehst auf die Strasse und ein betrunkener Überfährt dich! - Und jetzt?!
Die Absolute Sicherheit gibt es nichts. Verschuldet ist man auch schneller als überfahren. - Rationale Vernunft ist eine Beschreibung für ein emotionales Handeln unter emotinalem Abwägen von emotionsverknüpften Ereignissen. Auch die Entscheidung des vernüftigsten Entschlusses schließt das immer und allgegenwärtige Risiko nicht aus. (Zur Entscheidung und den zugrundeliegenden Emotionen gab es vor einigen Monaten einen recht interessanten Artikel in der Geo. "Die Psychologie der Entscheidung"
GEO.de - Die Psychologie der Entscheidung - Heftreihen › GEO Magazin)
Also möchte ich einfach mit diesen Worten nochmal sagen: Es spricht NICHTS gegen eine Finanzierung. Es ist nicht anrüchig, man braucht sich dessen nicht zu schämen oder wie ein Mensch zweiter Klasse zu fühlen (...und wer kauft sein Haus mit dem Koffer?) NUR man sollte sich selber und die eigenen Möglichkeiten dabei nicht aus dem Auge verlieren. Wenn es um Geld geht, dann sind die nettesten Banken auch nur noch Banken die Ihr Geld haben wollen.
UND um das auch nochmal klar zu sagen: Hat man das Geld, ist es einfacher und man trägt weniger Risiko. Finanzierte Güter sind (fast) IMMER teurer! (Bis auf Immobilien.)
Im Zweifel lieber verzichten als mit einem unguten Gefühl verschulden!
Ich wollte mit den Worten niemandem ans Bein pinkeln, lediglich ein paar Worte zur Finanzierung sagen OHNE mit Prozenten oder Maximalbeträgen zu wedeln.
Lars