Was ist eigentlich die Wahrheit? Kann sie faktenfrei sein?

Vor allem bei Politikern ist es doch so, dass sie die Wahrheit, wie sie nach ihrem Verständnis sein soll, abseits der Fakten verkaufen wollen.
Weil eben nicht sein kann, was nicht sein darf.
Das ist ein Wahrnehmungseffekt. Politiker stehen mit ihren Verbalausfällen eher im Rampenlicht. In großen Konzernen wird die Wahrheit genauso quer durch die Hierarchieebenen wie auch nach außen hin verbogen. Nur ist das in der Regel nicht öffentlich. Deswegen traue ich einem multinationalen Konzern, den ich nicht mal vor ein deutsches Gericht zerren kann, tendenziell noch weniger über den Weg.
 
Sehe ich auch so. Vor allem, da sie ja durch die Politik quasi die Absolution bekommen.
 
Mittlerweile kommen die Medien dahinter, was ihnen blühen wird:
Hetze im Netz: Asoziale Netzwerke

Zuerst wird einmal die "Hetze" in den Vordergrund gestellt. Dann kriegen die "Populisten" ihr Fett weg. Zum Schluss kommt ein Herr Marcinkowski zu Wort. Der sagt dann:

„Wer bestimmt denn, was die richtigen Fakten sind? Fakten werden durch den Beobachter immer subjektiv weitergegeben.“ Er warnt: „Es ist wenig hilfreich, pauschal bestimmte Sichtweisen als postfaktisch zu diskreditieren.“ ... Der Ausstieg aus der Kernenergie sei „postfaktisch“ gewesen – von Ängsten nach Fukushima beeinflusst. Auch die Hilfsbereitschaft gegenüber Flüchtlingen sei nicht von Fakten, sondern Mitgefühl getragen.

Natürlich darf am Ende nicht fehlen, dass Frau Kraft dies bei der SPD ausschließen möchte: „Sie werden von mir keine Strategie-Änderung bekommen, die heißt: Wir sind demnächst auch mal ohne Fakten unterwegs und machen nur Bauchgefühl und Hetze oder Ähnliches.“

Wir sind gespannt, wie sich das in ein paar Monaten verhält. Im Moment bleibt festzuhalten, dass von ihr "Bauchgefühl und Hetze oder Ähnliches" in einem Satz erwähnt wurden. Das lässt sehr tief blicken.

Gefühl (Liebe) und Fakten stehen sich diametral gegenüber. Hier wird ein Spannungsbogen thematisiert, der jegliche Form der Interpretation ermöglicht. Und jede Form der Sanktionierung rechtfertigen kann. Nicht gut.
 
Das wird noch lustig im kommenden Jahr...?(
 
Es wird vor allem eine schäbige, verlogene und vor Demagogie strotzende Schlammschlacht werden, die in der Geschichte dieses Landes bislang beispiellos ist. Die Angst, Wähler an die AFD zu verlieren, die Sorge vor dem Rechtsruck, die Möglichkeit, dass plötzlich wirre Farbkombinationen die Regierung bilden könnten, von denen so manche womöglich die ehemalige Parteihoschschule der SED besuchten und ausgewiesene Erzkommunisten sind oder der RAF entweder als deren Anwälte oder Sympatisanten nahestanden, die von weltfremdem Gutmenschentum beseelt unser Land in den sozialistischen Abgrund führen wollen, wohingegen andere wiederum meinen, mit Schlägertrupps ganze Städte terrorisieren zu müssen, und andere, die glauben, die Scharia wäre das einzige legitime Recht auf Erden, weswegen Ungläubige auf der Stelle zu enthaupten sind, diese Angst wird nach meiner Einschätzung das ganze kommende Jahr prägen. Dass am Rande irrwitzige Diskussionen um lückenlose Überwachung, blaue Plaketten und Auslandseinsätze frei jeder militärischer und politischer Perspektive geführt werden, ist selbstverständlich. Ganz ehrlich, mir graust es schon jetzt. Slapstick liefert allenfalls dann Mr. Trump, der mit Sicherheit jeden auffindbaren Fettnapf betreten wird. Ob dieser Slapstick am Ende lustig ist, darf aber bezweifelt werden. Wir werden also ganz viele unterschiedliche Wahrheiten zu hören bekommen. Und vieles wird so wahr sein, wie die Massenvernichtungswaffen im Irak.

Gruß Robert
 
Mittlerweile kommen die Medien dahinter, was ihnen blühen wird:
Hetze im Netz: Asoziale Netzwerke

Pamphlet:

Der Artikel selbst ist ein gutes Beispiel dafür, wie tendenziös in Medien Bericht erstattet wird:

"Lange sei es gesellschaftlicher Konsens gewesen, dass Äußerungen, die „in einem deutlichen ideologischen Bezug zum NS-Regime und zum Holocaust stehen, geächtet sind.“ Das scheine sich zu verändern. Um fremdenfeindlich Stimmung zu machen, würden auch Falschmeldungen gestreut..."

Da wird mal eben in einem Satz ein völlig undifferenzierter Bogen von "Fremdenfeindlichkeit" (Was ist es eigentlich genau, was den "Feind" an den "Fremden" stört? Egal - das Negativprädikat hat ja noch immer - wenn auch zunehmend weniger - seine maulstopfende Wirkung getan.) zum "NS-Regime und zum Holocaust" geschlagen. In diesem Artikel finden wir genau den Journalismus, der dem denkenden Mensch sauer aufstößt - Pauschalisierung bis zur Unkenntlichkeit: " ...denen es auf den Senkel geht, dass ihre Welt fremder wird“. Vowe hält sie für „weitgehend unbelehrbar“".
Mir geht auch so vieles "auf den Senkel" und dabei bin ich auch "unbelehrbar". Vor allem, wenn etwas als "alternativlos" dargestellt wird. NICHTS ist nämlich alternativlos! Auch nicht, dass jeder Migrant in Deutschland wohlwollend als "Flüchtling" aufgenommen werden muss. Egal, ob er einer ist, oder eben doch "nur" ein Krimineller, muslimischer Religionsfaschist bis hin zum Terrorist oder simpler Sozialleistungsabzocker. Alleine, dass "interessierte" Teile der Gesellschaft diese Auswüchse der Migration einfach negieren, tagtägliche Beweise dazu kleinreden und mit dem Hinweis auf "Hitler" jedwedes Argument totzuschlagen versuchen, ist sicher auch ein Quell für die Verfänglichkeit von Rattenfängern. Und die kommen nicht alleine von "rechts" - auch das ist ein Meinugsautomatismus, der schlichtweg nicht der Realität entspricht.

Gerade zu der Migrationsdebatte (ich benutze hier mal ausdrücklich nicht das Wort "Flüchtling", weil es in diesem Zusammenhang einfach nur tendenziös ist...) sollte man sich mal "Godwin's Law" anschauen. Und dann neu beurteilen, wer tatsächlich in den Netzen Hass gesät und Sturm geerntet hat. Das lange Zeit erfolgreich praktizierte Muster, seinen Kontrahenten mit dem Prädikat "rechts" mundtot zu machen, ohne auch nur ein Argument ausgetauscht zu haben, verfängt nicht mehr. Damit muss so mancher "linker" Meinungsfaschist einfach leben und endlich anfangen, seine Meinung mit Argumenten zu untermauern.

Ein Aritkel wie der hier verlinkte aus der WiWo ist jedenfalls ein Paradebeispiel dafür, was auf der Strasse unfein (und auch etwas unbeholfen) als "Lügenpresse" subsumiert wird: Purem Populismus journalistischen Raum zu geben um vermeintlichen Populismus ohne Argumente vermeintlich zu brandmarken, hätte ich maximal in Form eines gekennzeichneten Kommentars akzeptiert. Erst recht ausserhalb von Medien wie "taz" oder "Vorwärts".

Wohin eine von welcher Seite auch immer gesteuerte Meinungsbildung führt, hat die Geschichte immer wieder gezeigt und zeigt sich brandaktuell gerade in der Türkei. Und selbst hier in Deutschland winken dem islamistischen Faschisten Erdogan zehntausende Landsleute (warum haben viele von denen eingentlich einen deutschen Pass und sind noch hier, wenn es in der Türkei doch offensichtlich so viel besser ist?) mit ihren Fähnchen zu - trotz freier Presse. DAS sollte den Journalisten mehr zu denken geben, als es offensichtlich tut. Oder ist eine Diskussion über die bedingungslose Unterstützung des Antidemokraten Erdogan durch einen großen Teil der Deutsch-Türken etwa "fremdenfeindlich"?

Bevor es gleich "rund" gehen sollte, verweise ich an dieser Stelle eindringlich und vorsorglich auf das allererste Wort meines Postings.

Wie auch immer - ein von welcher Regierung auch immer gesteuertes "Propagandaministerium" lehne ich rundweg ab. Die freie Presse sollte berichten - und zwar immer ALLE Fakten. Erst danach kann gerne alles mit rechter oder linker Weltsicht kommentiert werden. Je unterschiedlicher die Sicht auf die Dinge, desto besser die Voraussetzung für eine freie Meinungsbildung. Die findet aber immer noch unbesehen von anderen in den Köpfen der Menschen statt. Das kann man gut finden und akzeptieren (Trump wurde am Ende auch demokratisch gewählt, obwohl er weite Teile der Presse gegen sich hatte) oder eben nicht. Wenn nicht, dann muss man sich konsequenterweise über das Prinzip "ein Mann - eine Stimme" unserer Demokratie unterhalten. Aber das führt dann endgültig zu weit - erst recht an dieser Stelle...

Fröhliches Nachdenken!
 
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Ach je, da ist sie wieder (nicht): Uns fehlt einfach eine echte Feindbildkultur. In der DDR war sie einst von Margot Honecker so nachhaltig geprägt worden. Was immer passierte, es waren die Imperialisten. Immer! Damit ließ sich gegenüber dem Volk allerhand rechtfertigen. Den USA fehlt offensichtlich die Orientierung oder sie haben einfach zuviele Feindbilder und wissen nicht mehr, wer der Hauptschuldige ist. Da muss dann die Presse ersatzweise liefern. Im IRAK hat die CIA geliefert. War ebenso falsch und erlogen.
Ich reise beruflich viel in die USA. Ich habe rasch gelernt, dass die Amerikaner eines überhaupt nicht vertragen können: Schuld eingestehen zu müssen. Daraus erwachsen enorme Risiken. Man kommt nicht etwa auf die Idee zu sagen, Aha, unsere Netze sind unsicher, unsewre Software hat Fehler und Facegoogle kann missbraucht werden, lass uns all das verbessern. Nein, man sucht sofort den Schuldigen woanders. Klar ist der Schuld, der einbricht und nicht der, der die Türe offen lässt, aber Gelegenheit macht eben Diebe. Noch 2016 war es Hackern gelungen, auf einem Mainframe einer Fluggesellschaft der USA per Telnet einen Root-Zugang zu erlangen. Mit Default-Passwort. Die grenzenlose Geldgier der Amerikaner macht sie blind und taub. Und danach wundern sie sich, dass sie nichts sehen und nichts hören können.
Gruß Robert
 
… Uns fehlt einfach eine echte Feindbildkultur. In der DDR war sie einst von Margot Honecker so nachhaltig geprägt worden.
Hallo Robert, ich hoffe dich nicht zu diskreditieren, weil du um die Zusammenhänge in der DDR weisst. Margot Honecker hat eine schlimme Strafe für Familien auf den Weg gebracht, wenn sich ein Familienmitglied nicht "systemtreu" geäussert hat. Da wurden dem Ehepaar die Kinder entzogen und in entsprechende Anstalten verbracht. Siehe hier:
Kinderidentitäten in der DDR – die unglaublichen Wahrheiten

Das kann man natürlich unter der Rubrik "Fake News" verbuchen. Ist ja auch schon lange her und somit per Definition "postfaktisch". Oder soll man sagen "prefaktisch" :eek:?

Interessant ist allerdings, was man aktuell in dieser Hinsicht aus den Medien erfahren kann:
Flüchtlinge: Radikale Eltern riskieren das Umgangsrecht - WELT

Ein falsches Posting scheint zu reichen, um sein leibliches Kind nie mehr wieder zu sehen. Wo sind wir hier angekommen?
 
Moin,

Wir sind dort angekommen, wo Eltern ihre Kinder auf eine gefährliche Reise schicken, um sich einen Weg ins Schlaraffenland zu bahnen.

Gruß Kuddel
 
Alles gut @Wassermann. Eine Feindbildkultur heißt ja, dass wir uns überlegen sollten, welche Feindbilder wir haben und wie wir damit umgehen sollten. Für die DDR-Führung war es der Imperialismus. Diesem Denken erwuchsen unmenschliche Konsequenzen. Aber was ist mit uns? Was sind die Feindbilder unserer Zeit . Unserer Gesellschaft? Wie entstehen sie und wie gehen wir damit um? Das meine ich mit Feindbildkultur. Eine kritisch Reflexion unserer (Selbst-)Wahrnehmung. Sich informieren, Information zulassen, Wahrheit zulassen, Diskussionen zulassen. Fast im Sinne Brandts, sollen wir mehr Wahrheit wagen.
Gruß Robert
 
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