Vom Trapo aus Dänemark zum Camper für Dänemark

ibotL94

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23 März 2024
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Mein Auto
T6 Kastenwagen
Erstzulassung
2018
Motor
TDI® BMT 84 KW
DPF
ab Werk
Getriebe
5-Gang
Antrieb
Front
Extras
Langer Radstand, 2 Schiebetüren
Umbauten / Tuning
Aufstelldach SCA 192
Tag zusammen,

da die Winterpause langsam vorbei ist, dachte es ist Zeit auch mal mein Projekt vorzustellen.

Letztes Jahr im Sommer gekauft bei einem Händler als Re-Import aus Dänemark, soll er jetzt so ausgebaut werden, dass ich mit Hund wieder ab in den Norden (und ab und zu auch mal in den Süden) kann für gemütliche Urlaubstrips.
Mir waren zwei Schiebetüren wichtig, da ich auf der Fahrerseite eine Küche zum Bedienen von außen und innen bauen möchte. Der Lange Radstand sollte außerdem etwas mehr "komfort" und Stauraum-Möglichkeiten bieten.
Da ich bereits mit der Ex und zwei Hunden im normalen T5 Cali im Urlaub war, hatte ich eine grobe Vorstellung davon was ich "besser" machen will ^^

Ausgestattet kam der Bus mit Dachträger- und Regalsystem.
Die Regale mussten natürlich erstmal raus (Für Gartenstuhl wurde er noch als Trapo genutzt :D) und die Trennwand kam raus.

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Dann war noch im Laderaum an Schiebetüren und Kofferraum ein sehr stabiles Extra-Schlosssystem eingebaut.
Weil ich neugierig war hab ich etwas Recherche betrieben. Die Firma kommt aus Dänemark (Hjem | arcasafe) und die Systeme gehen für umgerechnet fast 1000€ weg. Hat mich dann doch etwas überrascht, scheint es aber so in Deutschland nicht zu geben.
Auf jeden Fall hab ich die vorerst auch mal entfernt, evtl. kommt es teils am Ende wieder rein, aber mal schauen...

Als nächstes wurde dann von der Fa. Zillka das SCA 192, das es im Auslauf-Angebot gab, eingebaut.
Der Ablauf von Kommunikation bis Einbau war astrein und von meiner Seite aus nur weiter zu empfehlen :)
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Weiter ging es mit dem Boden.
Der ist in keinem all zu guten Zustand und wird vermutlich ersetzt werden müssen. Raus musste er aber so oder so. Wie auf den Bildern weiter oben gut zu sehen ist, war auch einiges an Dreck drauf (und wie sich zeigte auch drunter). Vermutlich war die Firma aus dem GWS-Gewerbe, dementsprechend gab es dort einiges an fetthaltigen Ablagerungen an "Sammelstellen"

Also: Boden raus, Klebereste weg und ordentlich schrubben und mit Fettlöser/Scheuermilch aus der Küche drüber. Diverse Roststellen an exponierten Stellen waren auch da, also ging es denen auch an den Kragen.


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Sobald der alte Dreck draußen war, bin ich mit Grundierung und einfacher weißer Farbe aus dem Baumarkt drüber damit da nicht ruckzuck neuer Rost da ist

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Weiter gings mit der Ent-Dröhnung, Teil 2 folgt...
 
Im Herbst ging es noch weiter, die doch durchaus spür- und hörbaren Schwingungen aus dem Blech mussten weg.
Dazu habe ich ganz klassisch Alubutyl verwendet und grob die Flächen beklebt. Beim Soundcheck war der Unterschied finde ich durchaus merkbar.

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Da ich bei der Gelegenheit die Abdeckung für die Führung der Schiebetür auch abgemacht und entdröhnt habe, hab ich gleich die Chance genutzt und da nochmal gut gefettet, nachdem das ganz schön trocken war und etwas "geschliffen" hat...

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Damit ging es erstmal in die "Winterpause" wo ich leider zeitlich zu nichts gekommen bin ^^

Weiter ging es erst dieses Wochenende, mit dem Einbau des ersten Schiebefensters (Carbest) in die Schiebetür.
War ein großer Lerneffekt und hat ca. 3h gedauert. Das zweite denke ich geht dann schneller 😁

Erst haben wir mit dem Hohlraum-Bohrer die runden Ecken gebohrt. Dann entsprechend die Schnittkante angezeichnet und abgeklebt. Nachdem wir dann mit der Stichsäge die ersten Centimeter geschnitten hatten und doch sehr zäh voran gekommen sind, meinte mein Bruder kurzerhand er nimmt die Flex. Zum Glück ist er da sehr versiert, ich hätte mich das nicht getraut. So astrein wie mit der Flex hätte ich das aber auch mit der Stichsäge nie hinbekommen.

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Dann noch Rostschutz und Kederprofil über die Schnittkante, festkleben, ausrichten, fixieren, fertig.

Bin mit dem Ergebnis für das erste mal echt zufrieden :)
Hinten ist die Kante etwas weiter vom Blech entfernt, dank anderer Posts zu den Carbest-Fenstern hab ich aber schon ein bisschen damit gerechnet 😅 Der Dichtigkeit tut das aber keinen Abriss, da ja hier der sauber aufgetragenen Kleber rund um den Ausschnitt verantwortlich ist. Auf der anderen Seite werde ich vielleicht mal probieren, auch am hinteren Ende nochmal etwas Kleber aufzutragen und so mehr Haftung an der Stelle zu bekommen.

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Sieht super aus! Wahnsinn wie gerade dein Bruder das mit der Flex hinbekommen hat, die Ruhe hab ich leider nicht im Arm.
Mit der Stichsäge hab ich mehrere frische Metallsägeblätter gebraucht, aber wenn mans auch so hinbekommt ist das natürlich noch besser!

Viel Spaß beim weiteren Ausbau!
 
Vielen Dank :)
ja bin auch begeistert, dass ich da die Unterstützung hatte, da merkt man halt, gelernt ist gelernt 😄
 
So, mittlerweile ist auch das Fenster auf der Fahrerseite drinnen.
Dieses mal ging es schon deutlich schneller (wenn auch auf Grund der eisheiligen Temperaturen mit Verklebung am nächsten Tag).
Wir haben dieses mal die Rundungen in den Ecken nach "Innen" hin nicht komplett durchgebohrt (also mit schrägem Druck), das hat das Anzeichnen und die anschließende Arbeit mit der Flex noch bisschen erleichtert würde ich sagen.

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Der Rest wie beim anderen, entgraten, Rostschutz, Kederleiste, Primen, Kleber, Fenster dran 😁
Beim Kleber haben wir zum Vergleich auf der anderen Seite etwas mehr Richtung Heck aufgetragen, um zu sehen ob dadurch die Kante nach hinten noch besser abschließt. Vergleichsfoto muss ich allerdings noch machen.

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Unten rum fürchte ich, war dieses mal etwas zu viel Kleber. Da muss ich nochmal prüfen ob es nicht die Wasserabläufe zu gemacht hat und ggf. nochmal nacharbeiten, aber das wird sich zeigen.

Insgesamt bin ich aber voll zufrieden mit dem Ergebnis :)

Als nächstes geht es jetzt an die Dämmung. Da habe ich noch ein paar offene Punkte vielleicht kann mir hier jemand schnell weiterhelfen? :)

Ich habe vor die Dämmung von Vanue zu nutzen. Mein aktueller Plan ist der folgende:
  • Große Flächen (Seiten, Türen, Heck) mit 19mm
  • Die Holme innen Hohlraumversiegeln, Leerrohre ziehen, dann von "außen" mit 3mm abkleben
  • Boden mit 10mm
Aber wie gesagt ein paar Unsicherheiten habe ich noch
  • Teils habe ich gesehen, dass statt Hohlraumversiegelung auch in die Holme geklebt wird. Das stell ich mir ziemlich aufwendig vor und auch nur schwer so machbar, dass es keine offenen Stellen gibt?
  • Hat jemand Erfahrungswerte wie viel Material-Fläche beim LR benötigt wird?
  • Bzgl. Boden:
    • Meine erste Idee ist es, einfach den Boden mit 10mm zu verkleben und dann die Platte über die Verzurrungen fest zu machen und so wie vorher nach unten zu drücken. Keine extra Bodenleisten oder ähnliches.
    • Außerdem habe ich überlegt vorerst den Original-Boden zu nehmen der drinnen war und aufzubereiten und mit PVC "hübsch" zu machen. Hat hier jemand Erfahrungswerte?
Freue mich über eure Kommentare :)
 
Moin
Bisher sieht das ha schon ziemlich gut aus.

Hohlräume oder Holme sollte man wegen Kondenswasserablauf NICHT zukleben, nur von außen bekleben. Das gammelt Dir sonst. Ganz kältebrückenfrei bekommt man einen Kastenwagen eh nicht.

Der Original-Boden eignet sich absolut für den Einbau. Ich habe allerdings die Isolierung AUF DIE RÜCKSEITE der Bodenplatte geklebt. Irgendwann baust Du alles mal raus, weil:
-Wasser unter den Boden gelaufen ist
-Schweißarbeiten durchgeführt werden
-Du neu überlackieren musst (Rost)...
Dann hast Du weniger Arbei alles rückstandsfrei zu entfernen.

Vorher den Boden mit Teroson Sprühwachs versiegeln. Dann hast Du lange was vom Bulli.

Viel Erfolg weiter. Und beglücke uns weiter mit vielen Bildern!!! ;)
 
Hohlräume mach ich mit Schafswolle voll, antibakteriell, nimmt Feuchtigkeit auf und gibt sie auch wieder ab und hat identische Dämmwerte zu Armaflex und Konsorten.
zudem Seitentür und Heckklappe lass ich aus Gründen des Ablaufens vom Wasser Arma frei von Arma und nutze auch lieber die Wolle, maximal jeweils einen schmalen Streifen zur Geräusch/ Vibrationsdämmung.
 
Über die letzten Wochen habe ich jetzt Stück für Stück die Dämmung gemacht und die Holme und Nischen im Innenraum versiegelt.

War tatsächlich bisschen mehr Aufwand und Geschnippel als erwartet, vielleicht habe ich mich aber auch nur unnötig blöd angestellt :D

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Der Boden war tatsächlich der leichtere Teil, habe ich mich dann dafür entschieden aufs Blech zu kleben. Die Bodenplatte hab ich als "Vorlage" genommen, das ging dann relativ fix, da schöne große Flächen

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Insgesamt waren die Seiten/Hinten nicht ganz so sauber wie ich es mir vorher vorgestellt hab, aber es ist ja bekanntlich noch kein Meister vom Himmel gefallen. In dem Fall bin ich aber doch mit Paretoprinzip zufrieden :D
Es fehlen jetzt noch ein paar "Feinarbeiten" an ein paar Stellen und die Radkästen, aber im Groben bin ich mit Dämmen durch.

Nächster Schritt ist dann beim Bodenleger meines Vertrauens eine schöne Rolle Vinylboden zum Kleben zu organisieren (man sieht ja die schönen Ölflecken vom Betrieb vorher), sowie die Verkleidungen der Papen neu zu machen. Da werd ich vermutlich einfach einfach Pappelsperrholz nehmen und ebenfalls bekleben, mal schauen.

An der Stelle gleich mal die Frage an die Runde: Hat jemand hier hinten kein Fenster, ebenfalls gedämmt und den oberen Teil der Heckklappe verkleidet? Viele nutzen ja großflächig Filz zum Kleben, aber Hundehaare und Filz sind so etwas wie unzertrennlich. Daher brauch ich irgendwas "glattes". Meine Recherchen haben für die Heckklappe aber nicht wirklich ein Ergebnis gegeben, bis auf diesen Hersteller.
Ich bin am Überlegen ob ich ein paar Leisten klebe und dann darauf eine Verkleidung. Aber falls jemand schon Erfahrungen gemacht hat, gerne teilen :)
 
Aludibond eignet sich als Verkleidung. Dazu kleine Winkel in die Innenseiten der Febsterrahmen Schrauben, an denen das recht feste, stabile Aludibond geschraubt wird. Hier kann man große Flächen verwenden, weil das Material selber wenig schwingt und durch die 3-Schichtung auch noch isoliert.

Ich habe damit meinen Sprinter verkleidet:

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Ah spannend, das hab ich noch nicht gehört, klingt interessant.
Hast du zufällig ein Foto, wie du die Winkel angebracht hast? Ich nehme mal an relativ kurze Schrauben, vorgebohrt und Rostschutz auf die Kante?
 
Beim Sprinter habe ich die Verkleidung einfach bündig aufgelegt und von oben selbstschneidende Schrauben reingedreht.
Beim T6 sind die Holme teilweise zu schmal. Da setzt das Werk seitlich kleine Winkel an, um die Auflage zu vergrößern. Die Holzverkleidung war bei meinem Bulli dann da hinein genietet.

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Hier habe ich noch ein Bild gefunden, wie es an der Schiebetüre original aussah. Bis auf die Bohrlöcher natürlich ;)
 
... ggf kann man das Aludibond auch einfach mit Sika verkleben...
 
Danke, dann werd ich mir das mal so anschauen, die Idee mit dem Aludibond gefällt mir auf jeden Fall schon mal gut.

Im Moment bin ich am groben Plan für den ersten Kurztrip August/September, vor allem auch wie ich es von der Elektronik mache.
Für den Trip werde ich das kleinere Regal mit Schüben, das auf der Beifahrerseite hinten verbaut war nutzen. Die richtigen Möbel kommen dann in der Herbst/Winterpause :)

Aktuelle Idee für die Stromversorgung ist eine potente Powerstation mit ~2kWh, einfach weil ich damit schneller/flexibler starten kann, ohne jetzt noch groß Kabel zu verlegen, Sicherungen zu planen etc.

Außerdem sind ja jetzt die Woche Prime-Days, da hoffe ich einen akzeptablen Deal für Powerstation + Kompressorkühlbox zu finden.

Die erste Reise wird also wohl "rustikaler" :D Aber dann weiß man schon mal was man unbedingt noch braucht oder gar nicht vermisst...
 
Mal wieder ein Update meinerseits und was sich getan hat:
  • Innenverkleidungen aus 6mm Pappelsperrholz geschnitten (die alten Pappen dienten als Vorlage)
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  • Zweitbatterie (LiFePo mit 100Ah) unter den Fahrersitz montiert, dafür hab ich das Set mit Ladebooster (30A) von campermeyer genutzt, ging super und hat Netto vllt 3-4h gedauert
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  • Temporäre Schaltbox aus einer kleinen Eurobox gebastelt
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  • Für den ersten rustikalen Urlaubstrip eins der alten Werkstattregale reingebaut und mit einer kleinen Klapp-Vorrichtung versehen um vernünftig mit einem Gaskocher kochen zu können
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Und damit ging es dann auf die erste Reise, dafür dann im nächsten Beitrag ein paar Eindrücke :)
 
Der erste Trip lief schon mal ziemlich gut und hat schon mal gut geholfen mir einige gute Ideen für die künftige "Innengestaltung" gegeben, sowie noch ein paar Schwachstellen offenbart.

Los gings mit einer Übernachtung am Garnsbacher Rabenswald. An sich eine tolle Gegend, allerdings hat das Wetter leider gar nicht mitgespielt und ordentlich Gewitter und Regen haben mich dann doch am ersten Tag von dem wahrscheinlich sehr schönen Rundwanderweg direkt vom Übernachtungsplatz aus abgehalten. Das wird aber auf jeden Fall mal nachgeholt.

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Dann gings weiter zur Lüneburger Heide, wo ich an einem kleinen Parkplatz direkt an der Heide übernachten konnte. Zur Belohnung gabs in der Früh eine lange Runde durch die blühende Heide mit kaum anderen Touristen unterwegs. Die kamen erst als ich schon wieder zum Aufbruch bereit war.
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Weiter gings an die Nordsee in der Nähe von Büsum. Dort dann das erste mal auf einem kleinen privaten Campingplatz.
Knapp 700m Fußweg zum Deich waren für mich ein absolutes Highlight :)


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Dort bin ich 2,5 Tage geblieben bevor es noch einen Abstecher Richtung Ostsee (Werder Haff), ein kleinerer Campingplatz direkt am Haff. Vorteil: Essen mit Blick aufs Wasser...Nachteil: Eine Unzahl an Stechmücken :D

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und von dort aus zurück mit Übernachtung in der Nähe von Mühlberg/Elbe.
Im Großen und Ganzen war es aber entspannte Tage :)
Jetzt gehts bald daran die Innenverkleidungen fertig zu machen (vermutlich mit Kunstleder bekleben) sowie dem Boden einen neuen "Anstrich" zu verpassen.
 
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