Metallspäne im Ölfilter, lohnt sich Revision?

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Ort
Berlin
Mein Auto
T5 Multivan
Erstzulassung
05.08.2009
Motor
TDI® 96 KW
DPF
ab Werk
Getriebe
Autom.
Ausstattungslinie
Comfortline
Typenbezeichnung (z.B. 7H)
7HMC03
Hallo liebe Community,

seit Längerem war ich hier nur stiller Mitleser und konnte auch hier und da den einen oder anderen Tipp abgreifen, jetzt ist es um meinen Bulli geschehen:
Mein T5 Multivan, BJ 2009 mit 2.5 TDI und 96kW, aber nur 150.000 km runter, hat einen Motorschaden. Ich habe ihn vor 3 Jahren von meiner Mutter übernommen und kenne die gesamte Reparatur-Historie. Der Motor hat bisher nie Probleme gemacht.

Vor einigen Wochen ging bei mir die rote Motorölkontrollleuchte bei kaltem Motor an, nichtmal 1 km von meinem zuhause entfernt. Sie war nicht dauerhaft an, sondern ging kurz an, wieder aus, wieder an, wieder aus. Ich rief den ADAC und ließ mich zur nächstgelegenen VW-Werkstatt schleppen (ich bin vor kurzem umgezogen und wohne jetzt weiter von meiner "Stammwerkstatt" entfernt).
Die VW-Werkstatt teilte mir mit, dass sie den Fehler nicht replizieren konnten, auch der Fehlerspeicher sei leer. Nach einer Messung des Öldrucks war dieser im kalten Zustand i.O. und falle wohl "bei warmem Motor leicht ab und könnte dann grenzwertig werden". Falls das Lämpchen nochmal angehen sollte, sollte ich noch einmal vorbei kommen, dann komme die Ölwanne runter etc.

Ich konnte noch ohne Probleme nachhause fahren. Schon am nächsten Tag ging die Leuchte aber wieder an. Ich habe das Ganze zunächst als elektrischen Fehler eingeschätzt: Wieso geht das Lämpchen bei kaltem Motor an, obwohl der Druck okay ist? Vor zwei Jahren hatte ich schonmal Probleme mit einem Sensor, der nach einem kälteren Winter und längerer Standzeit einen Kurzschluss hatte, dieser Winter war vergleichbar.
Daraufhin machte ich mich auf den Weg zu meiner Stammwerkstatt (am anderen Ende von Berlin). Auf dem Weg dorthin ging die Lampe wieder an, mit mulmigem Gefühl fuhr ich weiter. Nach wenigen Kilometern dann Leistungsverlust und der Motor ging während der Fahrt aus. Also wieder abschleppen.

Meine Stammwerkstatt konnte ihn immerhin wieder zum Laufen bringen. Im Ölfilter waren Metallspäne zu finden, die Kurbelwelle und die dazugehörigen Lager sind wohl auch verschlissen bzw. beschädigt. Jetzt wurde mir eine Revision empfohlen, inkl. neuer Buchsen. Dazu habe ich hier im Forum eher negative Erfahrungen gelesen.
Ich verstehe das bisher so: Da die Kurbelwelle inkl. Lager verschlissen sind, muss da was gemacht werden. Der dort entstandene Abrieb kann die Ölpumpe wohl verstopfen bzw. durch die erhöhte Reibung wird es schwieriger, den Öldruck hoch genug zu halten, so dass er partiell abreißen kann. Da die Späne bis in den Ölfilter gelangt sind muss abgeklärt werden, ob auch andere Teile Schaden genommen haben. Dafür muss der Motor raus, zerlegt, gespült, überholt und wieder zusammengesetzt werden. Allein der Aus- und Einbau ist eine Heidenarbeit. Dazu kommt die Anfälligkeit der Nikasil-beschichteten Zylinderlaufbahnen, die bei steigendem Alter verschleißen können, sodass neue Buchsen empfohlen werden?

Ich bin Laie und habe keine Möglichkeiten, selber groß was zu machen.

1) Was sind eure Erfahrungen mit Motorrevisionen bei diesem Modell? Gebrauchte Austauschmotoren sind eher ein Glücksspiel, neue gibt es sowieso nicht mehr.
Meine Stammwerkstatt hat mir die Revision bzw Komplettüberholung inkl. neuer Buchsen und neuem Turbolader für 12.800 Euro angeboten. Bisher habe ich ein weiteres Angebot von einer Motortechnik-Werkstatt in Bielefeld für 11.340 Euro, allerdings ohne Turbo, eingeholt.

2) Kennt jemand eine Werkstatt im Raum Berlin, der ihr so etwas zutrauen würdet?

3) Ist es realistisch den Bus für unter 10.000 Euro wieder hinzukriegen? Und würde sich das überhaupt lohnen?

4) Ich kann mir vorstellen, dass vielleicht nicht alles überholt werden muss, aber wäre es zur Sicherheit nicht sinnvoll, wenn der Motor eh raus muss?

Zu diesemThema habe ich zwei andere Threads gefunden, in denen es aber nicht unbedingt gut ausging:


Viele Grüße,
Jannis
 
Bevor man einen Kostanvoranschlag abgibt befundet man den Motor. Das allein ist Professionell.
Wenn der Motor wegen Ölmangel festgegangen ist kann es ausreichen die Kurbelwelle zu schleifen und Untermaßlagerschalen einzubauen... . Warum muss dann gleich der Motor gebuchst werden. Unsinn.

Eine Professionelle Werkstatt zerlegt den Motor und befundet jenen. Dabei ist es absolut notwendig den Motor komplett zu demontieren denn wenn die Stirnräder und deren Lagerungen udn Lagerzaüpfen wegen Ölmangel schadhaft sind ist der Motor nur schwer zu retten. Diesen ganzen "Angebote" "Einmal ALLES" sind unseriös.. vor allem fallen "Bielefelder" Instandsetzungs-Unternehmungen regelmäßig negativ beim Buchsen auf.

Es können viel mehr Teile defekt sein... Nockenwelle gefressen... Kurbelwelle und Pleullager, Sirnradantrieb, Generatorenwellen... alles was im Motor Gleit oder Kugellager hat. selbst die Ölpumpe kann nach einem Fresser dafür sorgen das der Motor schwerst dreht. Daher komplett zerlegen lassen um zu prüfen ob überhaupt eine brauchbare Basis vorhanden ist. Im Stirnradantrieb gibt es kaum Teile zum Nachkauf...was eine sachgerechte Reparatur erschwert.
 
Ich habe meinen seit ein paar Tagen und gut 8.000€ später aus der Werkstatt zurück.
Der Motor (BNZ) hat jetzt 341.000 Kilometer gelaufen. Die letzten 70.000 Kilometer mit PDE-Brücke. Er hatte heftigen Dieseleintrag im Motoröl.
Der Meister prüfte 3 Dinge, bevor er sich einverstanden erklärte, etwas an dem Motor zu machen.
1. Stirnradantrieb - war okay.
2. Plasmabeschichtung der Zylinder - sahen gut aus. (buchsen lassen hätte er definitiv abgelehnt!) und
3. Ovalität der Zylinder - waren innerhalb der Toleranz.
Gemacht wurde: neuer ZK samt NW und Ventilen, neue Kolben (Originalmaß, kein Übermaß), KW und Pleuel neu lagern, neuer Turbo und alle 5 PDE bei Dieseltechnik Biberach revidiert.
Und weil die Servopumpe schwitzte, kam eine neue rein sowie prophylaktisch eine neue Ölpumpe. (Tandempumpe und WaPu sind erst vor ca. 2 Jahren getauscht worden)

Glücklicherweise mit einem Stundensatz von lediglich 60€ zzgl. MWSt.
 
Danke für die Rückmeldungen bisher! Für ein differenzierteres Angebot komme ich vermutlich nicht drum herum, den Motor einmal komplett befunden zu lassen? Ich verstehe, dass der jetzige Zustand ein bisschen eine Blackbox ist: Kann alles, aber auch wenig kaputt sein.
Das kostet sicherlich auch schon ordentlich wegen der Arbeitsstunden, mit dem Risiko, dass der Motor am Ende nicht wirtschaftlich instand gesetzt werden kann.

Woher kommt der schlechte Ruf von neuen Buchsen? Den "besser als neu" Spruch habe ich natürlich auch schon gehört.
 
Woher kommt der schlechte Ruf von neuen Buchsen?
Weil das meistens nicht lange hält.
Die 2,5 TDI des T5 sind ein wenig „speziell“.
@Konnoo hat sich darüber schon mehrfach sehr detailliert geäußert.
 
@Konnoo hat sich darüber schon mehrfach sehr detailliert geäußert.
Danke für den Hinweis! Als Neuling ist es nicht leicht, hier durch die Fülle an Threads durchzublicken und zu wissen, wer die Experten sind.

Ich habe gerade diesen Beitrag nochmal durchgelesen, da wurde ja vor wenigen Wochen erst drüber diskutiert. Das sind nicht wirklich rosige Aussichten :(
 
Woher kommt der schlechte Ruf von neuen Buchsen?
Gruß fotowusel
 
Ehrlich gesagt, gibt es in dieser Situation eigentlich keinen eindeutig besten Weg. Das "beste" wäre, wenn Du das selber angehen könntest. Das fällt wohl weg, wie sich das liest. 12T€ für einen reparierten Motor.... das ist wohl ein wirtschaftlicher Totalschaden. Der große Vorteil der relativ geringen Kilometer ist bei Deinem Bus ja jetzt weg. Denn geringe Kilometer heißt, daß der Motor noch länger hält und das ist je jetzt hinfällig. Wenn kein Zeitdruck vorhanden, dann würde ich nach einem Unfallwagen suchen. Oder wenn möglich, einen 1,9er einbauen. Mein Problem wäre, daß man eigentlich nicht weiß, was man nach dem Invest von 12T€ wirklich zurückerhält. In meinen Augen riskant.

Gruß WoW
 
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