Ladedruck zu gering mit neuem Lader nach übersprungenem Zahnriemen

Laufer2004

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Hallo zusammen,
durch einen defekten Zahnrippenriemen ist bei meinem Bus der Zahnriemen um 2 Zähne übersprungen.
Also Zahnrippenriemen, Zahnriemen und Wasserpumpe neu.
Bei der Reparatur ist aufgefallen, dass der Turbolader viel Öl rausdrückt, also habe schweren Herzens auch den Austausch beauftragt.
Nun rief mich die Werkstatt an, dass der Ladedruck im unteren Drehzahlbereich zu gering sei (ohne Fehlermeldung), und sie haben den Lader (laut Werkstatt von einem renommierten Aufbereiter) nochmals gegen einen anderen mit gleichem Ergebnis getauscht.
Ansonsten läuft er im Leerlauf rund, manchmal hat er kleine Ruckler.
Eine Kompressionsprüfung wurde an den zwei mit dem vorhandenen Messequipment zugänglichen Zylindern durchgeführt, beide hatten 25 bar, was bei 80000km Laufleistung eigentlich ausreichend sein sollte.
Die Werkstatt ist der Meinung, dass es einen minimalen Kontakt zwischen Kolben und Ventilen gegeben hätte und deshalb durch ein undichtes Ventil im unteren Bereich nicht genug Abgas produziert wird, damit der Lader anspricht.
Hier stellen sich jetzt für mich folgende Fragen:
1. Gibt es Erfahrungen, ob es beim Überspringen von 2 Zähnen des Zahnriemens Kontakt zwischen Kolben und Ventilen gibt?
2. Wenn die Werkstatt recht hat, kann es dann sein, dass eine solche minimale Undichtigkeit bei einem Zylinder den Fehler verursacht?
3. Was kann noch geprüft werden, um den Fehler einzugrenzen, bevor weitere Arbeiten gestartet werden, um den Fehler einzugrenzen?

Insgesamt ist die Werkstatt sehr bemüht, scheint mir aber mit dem Fahrzeug etwas überfordert.
im Moment neige ich dazu, den alten Lader wieder einbauen zu lassen und ihn demnächst dann gegen ein Originalteil selbst zu tauschen.
Hieraus ergibt sich noch eine Frage:
4. Kann man den Lader als mittelmäßig versierter Schrauber auch ohne Hebebühne selbst tauschen und was bräuchte es an Dichtungen oder sonstigen Kleinteilen dazu?

Vielen Dank schon mal für eure Unterstützung, Markus
 
Grüße dich,

natürlich gibt es einige viele Möglichkeiten.

Eine jedoch, muss man wissen um es prüfen zu können - die Nockenwellen.
Ich hatte nach Keilriemenriss eine verstellte Nockenwelle - die Steuerzeiten einer Welle hatte sich verstellt - er hatte unter 2500/3000Umin keine Leistung wegen der veränderten Ventilüberschneidung und Aussetzer waren ab und an auch dabei.

Bitte die Nockenwelle abstecken (wie beim Zahnriemenwechsel) und die Unterdruckpumpe demontieren, dort muss der Schlitz für die Unterdruckpumpe parallel zur Planfläche des Zylinderkopfes passen. Google hat dazu einige mehr Bilder.

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Grund sind die aufgeschrumpften Räder auf den Nockenwellen, die sich bei abrupten stehenbleiben des Motors weiterdrehen.
Schlussfolge - neue Nockenwellen verbauen!

Ich hoffe dir geholfen zu haben.

Gruß
 
Vielen Dank für den Hinweis, das wurde seitens der Werkstatt auch schon erwähnt, ist aber irgendwie wieder in den Hintergrund getreten.
Wie wird denn dann die andere Welle geprüft?
 
Die Auslasswelle wird mit dem Arretierstift abgesteckt (wie zum Zahnriemenwechsel) und die Einlasswelle anhand dieser Kerbe für die Unterdruckpumpe kontrolliert. Wenn der Schlitz nicht parallel zum Zylinderkopf ist, dann weist du, dass mindestens eine Welle versetzt ist.
Habe ein passendes Bild gefunden. So wäre die Welle i.O., wenn bei der anderen der Arretierstift gesteckt werden kann.

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Weiterhin lässt es sich mit demontierter Zylinderkopfhaube erkennen, an den Aussparungen für die Zylinderkopfschrauben.

Dein Problem könnte ganz gut dazu passen.
Natürlich kommen andere Bauteile, wie Lader, Ladedruckregelventil, Unterdruckschlauch, etc, auch in Frage.

MfG
 
In der Werkstatt war auch von aufgeschrumpten Nocken die Rede, wenn die Bilder vom CFCA sind, sieht das aber nicht so aus. Sehe ich das richtig?
 
Steuerrzeiten prüfen und Kompression auf ALLEN Zylindern prüfen.
Erst danach kann man an anderen Stellen suchen.
 
Zueinander verdrehte NW sind bei diesem Schaden tatsächlich häufig. Bedeutet aber, dass auf jeden Fall ein Ventil aufgesetzt hat. Dann muss auf jeden Fall der Kopf runter und alles (Kolben, Ventile, Kolbenüberstand) geprüft werden.
 
Guten Morgen,

also die Nocken und die Räder sind aufgeschrumpft - dementsprechend auch verdrehbar.

In meinem Fall hatten keine Ventile einen Schaden - trotz extremer Verdrehung.
Hatte aber auch nur 11bar auf allen 4ren Kompression, also sollte es bei dir weniger schlimm sein.

Gruß
 
In der Werkstatt war auch von aufgeschrumpten Nocken die Rede, wenn die Bilder vom CFCA sind, sieht das aber nicht so aus. Sehe ich das richtig?
Die OEM Wellen haben geschrumpfte Einzelnocken und Räder. (zwecks Fertigungsaufwand)
Im Nachbau wird die Welle komplett gegossen und die Nocken passend geschliffen.
Die Räder sind jedoch weiterhin geschrumpft. So jedenfalls bei Kolbenschmidt.
Halte uns auf dem laufenden, was die Werkstatt ermittelt hat!
 
So, jetzt ging es mal etwas weiter.
Auf dem Bild der Nockenwelle im OT (leider aus ungünstigem Blickwinkel) scheint mir eine deutliche Verdrehung sichtbar.
Beim Endoskopieren konnte ich bei zwei Zylindern recht merkwürdige Kerben sehen, die mir aber nicht von einem Ventilkontakt zu rühren scheinen.
Was meint ihr dazu?
Als nächstes wollte ich nochmal die Kompression messen, da warte ich aber noch auf eine Verlängerung.
 

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Beim Endoskopieren konnte ich bei zwei Zylindern recht merkwürdige Kerben sehen, die mir aber nicht von einem Ventilkontakt zu rühren scheinen.
Das sieht gar nicht gut aus. - Als hätte sich da irgendwas aufgelöst.
 
Guten Morgen miteinander,

wie bei mir. Etwa 20grad Versatz.
Am besten einen Spiegel vor das Loch halten und dann fotografieren, dann sieht man es deutlich.
Kompression bekommst du so nicht auf die Vorgabewerte.

Deine Partikelchen würden mich zuerst nicht stören - würde aber auch eine Schwenkkamera nutzen und mir die Ventile nochmals ansehen.
Kühlmittelflecken auf Ruß sind das aber nicht, oder?
Deine Kamera ist leider sehr unscharf.
Ventileinschläge sind das jedenfalls nicht.
 
Deine Partikelchen würden mich zuerst nicht stören - würde aber auch eine Schwenkkamera nutzen und mir die Ventile nochmals ansehen.
Kühlmittelflecken auf Ruß sind das aber nicht, oder?
Deine Kamera ist leider sehr unscharf.
Ventileinschläge sind das jedenfalls nicht.
Das sieht aus wie Stahlpartikel, die sich in den Alukolben gedrückt haben.

So wie das aussieht muss der Kopf auf jeden Fall runter - keine Diskussion.

Schon alleine die verdrehten NW sind Grund genug, den Kopf runter zu nehmen. Wenn die verdreht sind, hat mindestens ein Ventil heftig auf dem Kolben aufgesetzt.

Egal wie - noch lässt sich das reparieren. Ein Satz NW, ein paar Ventile ggf. 1-2 Kolben und ein Pleuel. Wichtig wäre auch die Kolbenüberstände zu messen. Gut möglich, dass auch ein Pleuel krumm ist.

Reißt nach 3.000km ein Ventil ab, ist der Motor komplett Schrott.

Eine Kompressionsprüfung wurde an den zwei mit dem vorhandenen Messequipment zugänglichen Zylindern durchgeführt, beide hatten 25 bar, was bei 80000km Laufleistung eigentlich ausreichend sein sollte.

Das habe ich jetzt erst bewusst gelesen. Was in aller Welt bringt es denn, die Kompression von 50% der Zylinder zu messen ????
 
Egal wie - noch lässt sich das reparieren. Ein Satz NW, ein paar Ventile ggf. 1-2 Kolben und ein Pleuel. Wichtig wäre auch die Kolbenüberstände zu messen. Gut möglich, dass auch ein Pleuel krumm ist.

Reißt nach 3.000km ein Ventil ab, ist der Motor komplett Schrott.
Genau so isses. Lieber jetztg ausführlich alles prüfen.
Bei mir stand neulich so ein Fall, wo ein Motor 500 km nach einem Zahnriemenriss dann komplett hoch gegangen ist.....

Erst wurde es mir nur so erzählt: "Wir hatten beim T3 Diesel einen Zahnriemenriss, aber wir ham nen neuen drauf gemacht und er läuft wieder top. Nen neuen Turbolader haben wir auch eingebaut, weil der Alte ölte....."

Meine Antwort war: "Das geht nie gut, der hat sicher was an den Ventilen! Kommt mal vorbei, wir messen mal Kompression"
Kumpel: "Nee, lass mal, wir fahren lieber zum Bullitreffen."

1 Woche später stand er dann bei mir. Ventilabriss auf der Autobahn bei Volllast. Die Ventile lagen im Auspuff. Neuer Turbo war hin, ein Kolben komplett zerstört, alles Schrott. Aber erst auf dem Rückweg vom Bullitreffen. Also ein voller Erfolg. :-)
 
Malt doch den Teufel nicht an die Wand.
Freilich sind mehrere Varianten möglich und es muss genauestens geprüft werden.
Zahnriemenriss kann immer direkt eintreffende oder schleichende Wirkungen haben.

Wenn anhand Endoskop keine Ventileinschläge an allen 4 Kolben erkennbar ist und auch nicht an den Ventilen selbst - warum dann den Kopf demontieren?

Ich hatte z.b. meinen Kopf demontiert, weil der Vorbesitzer von einen Ventilschaden ausging.
Alle Ventile waren berührungsfrei und anhand Flüssigkeit auch dicht im Sitz.

Step für Step würde ich sagen.
Zuerst richtig Endoskopieren, dann Kompression messen (geht nur darum ob alle 4 gleiche Werte haben) - dann weitersehen.
Die Klärung was das für Partikel sind, bleibt natürlich noch offen.
 
Wenn anhand Endoskop keine Ventileinschläge an allen 4 Kolben erkennbar ist und auch nicht an den Ventilen selbst - warum dann den Kopf demontieren?
Wie soll sich die NW verdrehen, wenn kein Ventil aufgesetzt hat? Die verdrehte NW alleine ist der Beweis, dass mindestens 1 Ventil heftig aufgesetzt hat.

Es gibt Werkstätten, die aus Gewährleistungsgründen solche Schäden überhaupt nicht reparieren. Das halte ich für übertrieben, keine Frage.

Freilich sind mehrere Varianten möglich und es muss genauestens geprüft werden.
Eben: Wenn man aber repariert, muss man schon genau prüfen, was los ist. Dazu gehört auf jeden Fall, dass der Kopf runter muss, wenn ein Ventil irgendwie aufgesetzt hat.

Wie schon gesagt, würde mich nicht wundern, wenn sogar ein Pleuel krumm ist.

Was ich zu einer Werkstatt sagen soll, die nur bei 50% der Zylinder die Kompression misst, weiß ich auch nicht.
 
Ich habe mir das nochmal angeschaut und bin mir relativ sicher, dass ich bei diesen Stellen mit dem Endoskop den Ruß abgekratzt habe. Um einen etwas größeren Ausschnitt sehen zu können, habe ich das Endoskop gegen den Kolben gedrückt, damit es sich an der Spitze zur Seite biegt.
Ich werde mir das nachher nochmal genauer anschauen.
Warum in der Werkstatt nur 2 Zylinder geprüft wurden, kann ich auch nicht so ganz nachvollziehen, da die Glühkerzen ja nicht so schwer zu demontieren sind. Da die Werkstatt selbst kein geeignetes Gerät hatte, wurde die Messung in einer befreundeten Werkstatt durchgeführt, da wollte man wohl nicht so viel demontieren. Allerdings sehe ich da schon einen gewissen Mehrwert, da ein Diesel mit seiner hohen Verdichtung ja recht empfindlich auf Undichtigkeiten mit unrundem Motorlauf reagieren sollte.
Nichtsdestotrotz werde ich jetzt nochmal genauer in die Zylinder schauen, die Verdichtung an allen Zylindern messen und auch die Zahnriemenposition prüfen, anschließend würde ich bei der Nockenwelle weitermachen.
Ich werde dann wieder berichten...
 
Malt doch den Teufel nicht an die Wand.
Ich mal nicht den Teufel an die Wand, sondern zeige dir die Konsequenzen auf, was passiert wenn du die Sache nicht genau und systematisch geprüft wird. :D
Zumal ist es jetzt auch nicht so der riesige Act, den Kopf auszubauen, wenn Ventildeckel, und Zahnriemen schon runter sind. Krümmer und Ansaugrohr ab, ein paar Kopfschrauben. dann liegt er doch schon auf dem Tisch.
 
Wie soll sich die NW verdrehen, wenn kein Ventil aufgesetzt hat? Die verdrehte NW alleine ist der Beweis, dass mindestens 1 Ventil heftig aufgesetzt hat.

Es gibt Werkstätten, die aus Gewährleistungsgründen solche Schäden überhaupt nicht reparieren. Das halte ich für übertrieben, keine Frage.


Eben: Wenn man aber repariert, muss man schon genau prüfen, was los ist. Dazu gehört auf jeden Fall, dass der Kopf runter muss, wenn ein Ventil irgendwie aufgesetzt hat.

Wie schon gesagt, würde mich nicht wundern, wenn sogar ein Pleuel krumm ist.

Was ich zu einer Werkstatt sagen soll, die nur bei 50% der Zylinder die Kompression misst, weiß ich auch nicht.
Ich kann von hier aus nichts ausschließen, oder befürworten. Alles Infos sind nur Tipps und gehören genauestens zu prüfen.
Jedoch ist die Welle etwa 10 bis 20grad verdreht, dass heißt noch lange nicht, dass Ventile aufgesetzt haben müssen. Das ist abhängig von den Steuerzeiten, Kolbenüberstand, Ventilhub, etc. Fakt ist jedoch, hier muss explizit nachgesehen werden, sonst kann die Folge Ventilabriss, eingelaufene Ventilführung, Ölverbrauch wegen undichter Schaftdichtungen entstehen.

Ich denke es wurde nur an Zylinder 1 und 4 die Kompression gemessen.
Das üblich Standardwerkzeug ist für den 2. + 3. zu kurz. Da muss man entweder was kaufen oder selber bauen.
Die Werkstattqualität,... hmm..naja.
 
Ich habe mir das nochmal angeschaut und bin mir relativ sicher, dass ich bei diesen Stellen mit dem Endoskop den Ruß abgekratzt habe. Um einen etwas größeren Ausschnitt sehen zu können, habe ich das Endoskop gegen den Kolben gedrückt, damit es sich an der Spitze zur Seite biegt.
Ich werde mir das nachher nochmal genauer anschauen.
Warum in der Werkstatt nur 2 Zylinder geprüft wurden, kann ich auch nicht so ganz nachvollziehen, da die Glühkerzen ja nicht so schwer zu demontieren sind. Da die Werkstatt selbst kein geeignetes Gerät hatte, wurde die Messung in einer befreundeten Werkstatt durchgeführt, da wollte man wohl nicht so viel demontieren. Allerdings sehe ich da schon einen gewissen Mehrwert, da ein Diesel mit seiner hohen Verdichtung ja recht empfindlich auf Undichtigkeiten mit unrundem Motorlauf reagieren sollte.
Nichtsdestotrotz werde ich jetzt nochmal genauer in die Zylinder schauen, die Verdichtung an allen Zylindern messen und auch die Zahnriemenposition prüfen, anschließend würde ich bei der Nockenwelle weitermachen.
Ich werde dann wieder berichten...
Dann versuche beim Endoskopieren auf einem anderen Zylinder die gleichen Spuren zu machen, ebenfalls durch "verbiegen wollen" des Endoskop-Kopfes.
Er muss nicht zwangsläufig aufgeschlagen haben.
Aber wenn dann Kompression auf allen Zylindern prüfen, ansonsten jemanden machen lassen, der es auch kann, sowohl vom Werkzeug her, als auch vom Know-How her.
 
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