Heckauszug Caravelle kurzer Radstand mit 3. Sitzreihe

ramson-b

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30 März 2019
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Ort
Berlin/Brandenburg
Mein Auto
T5 Caravelle
Erstzulassung
2014
Motor
TDI® 103 KW
Getriebe
6-Gang
Antrieb
Front
Ausstattungslinie
Trendline
Radio / Navi
RNS 315
Extras
Kurzer Radstand, Normaldach, eine Schiebetür, eine Batterie, Bordnetzsteuergerät 7H0 937 090 D
FIN
WV2 ZZZ 7HZ FH0 49XXX
Typenbezeichnung (z.B. 7H)
7E
Während es viele Lösungen für Heckauszüge im Multivan / California mit Bodenschienen gibt, ist das Angebot für Caravelle / Transporter mit Sitzankern und Zurrösen eher klein. Ich möchte meine Version hier vorstellen.

Ausgangssituation
  • Caravelle KR mit 8 Sitzen, gepolstertem Gummiboden, Zurrösen, Pkw-Verkleidung innen, Klimaturm rechts
  • Bank in der dritten Sitzreihe ist montiert und soll es auch bleiben
  • selbst entworfenes "Multiflexboard" soll weiter genutzt werden.
Anspruch
  • Ladeboden zum Ausziehen, um den Raum unter dem "Multiflexboard" leichter zu erreichen, wenn letzteres schon beladen ist und nicht mehr aufgeklappt werden kann
  • bessere Erreichbarkeit des Stauraumes links und rechts unter der Dreierbank
  • keine Veränderung am Serienzustand
  • Einbau des Auszuges und des "Multiflexboards" ist zusammen sowie jeweils einzeln möglich
  • das "Wickeln" der Sitzbank bleibt möglich (nur ohne "Multiflexboard")
  • spätere Ausstattung mit einer Heckküche vorgesehen
Herausforderungen
  • Befestigung nur an den Zurrösen unterhalb C-Säule und D-Säule möglich, da die Bodenanker durch die Sitzbank belegt und Bodenschienen nicht vorhanden sind
  • große Hebelkräfte am Auszug, wenn dieser ausgefahren ist
  • Verteilung des Gewichts auf eine möglichst große Fläche, um ein Einsinken im gepolsterten Originalboden zu vermeiden
Mein "Multiflexboard" steht hinten auf den Verschraubungen der Zurrösen und gibt somit den Bauraum vor. Ich habe es nebst Bettkonstruktion hier, hier und hier beschrieben. Müsste vielleicht mal einen eigenen Ausbauthread anlegen...

Lösung

Mein Auszug besteht aus folgenden Komponenten:
  • Auflage aus Siebdruckplatte, d = 12 mm, mit diversen Aussparungen zur Gewichtsoptimierung, Siebseite nach unten zum Gummiboden (zur Rutschhemmung der gesamten Konstruktion)
  • darauf befestigt Längsstreben links und rechts aus Alu-Systemprofil, die mit Gurten vorn und hinten an den vorhandenen Zurrösen befestigt sind
  • daran jeweils innen befestigt Vollauszüge 812 mm mit Verriegelung, Tragkraft 225 kg
  • der ausziehbare Teil: Siebdruckplatte d = 15 mm, gerahmt / versteift durch Alu-Winkelprofile d = 3 mm, Siebseite nach oben (zur Rutschhemmung des Ladegutes)
Maße:
  • Tiefe 114 cm, mit einer mittigen Aussparung vorn für den Fuß der Sitzbank
  • Tiefe hinter der Sitzbank 65 cm
  • Breite 102 cm, damit alles zwischen die Füße meines "Multiflexboards" passt
  • Auszugslänge: 80 cm
  • Höhe der festen Längsstreben aus Alu-Systemprofil: 90 mm, die Auszüge mussten erhöht montiert werden, damit sie an den aufgestellten Zurrösen hinten vorbeipassen
  • Gewicht: ca. 38 kg, ohne "Multiflexboard"
  • Kosten: ca. 650 € für Material, davon je ca. 150 € für die Schwerlastauszüge, die vorgefertigten Alu-Profile und die Alu-Systemprofile. + einige Stunden Ausführung, + viele Stunden Planung.
Die untere Auflageplatte dient zur Verteilung des Gewichts und dazu, die Längsstreben in genauer Position zu halten. Die Längsstreben aus Alu-Systemprofil tragen die Schwerlastauszüge. Sie sind vor allem vorn nahe der C-Säule an den Zurrösen gut befestigt, dort müssen sie die Hebelkräfte ableiten, wenn der Auszug ausgefahren ist. Die Schwerlastauszüge sind kürzer, als der Auszug selbst, da 80 cm Auszugslänge ausreichen und die Hebelkräfte proportional zur Auszugslänge ansteigen. Der Boden des ausziehbaren Teils besteht aus 15-mm-Siebdruckplatte. Das reicht, weil er zusätzlich versteift ist durch Alu-Winkelprofile an den Rändern: vorn und hinten V-Profil 30x30x3mm, außen links und rechts Z-Profil h = 114 mm zur Befestigung an der Auszugsschiene. Die Profile sind an der Unterseite der Auszugsplatte entsprechend ihrer Stärke 3 mm eingefräst, an der Platte mit Senkkopfschrauben befestigt und zusätzlich mit Kontaktkleber verklebt.

Die Befestigung der Konstruktion hinten erfolgt ebenfalls mit Gurten an den vorhandenen Zurrösen. Fall 1, nur der Auszug ist montiert: Verzurrung mit Gurt und Schloss von der Oberseite der Längsstreben des Auszuges aus an den Ösen. Fall 2, nur "Multiflexboard": Verzurrung mit Gurt und Schloss von den Säulen des "Multiflexboards" aus an den Ösen. Fall 3, "Multiflexboard" und Auszug sind montiert: Verzurrung mittels Gurt von den Längsstreben des Auszugssystems durch die Ösen zum Gurtschloss des "Multiflexboards".

Nachteile
  • insgesamt hoher Konstruktionsaufwand, vor allem um nicht in den Serienzustand einzugreifen, um das vorhandenen "Multiflexboard" zu integrieren und um mit der Eigenschaft als "Ladung" zulassungsrechtliche Fragen zu umgehen
  • Unfallsicherheit ist wegen der großen Multiplexplatten und der vor allem längs verbauten steifen Alu-Profile katastrophal. Es besteht bei Heckaufprall ein erhebliches Verletzungsrisiko für Passagiere auf der dritten Sitzreihe. Sollbruchstellen und Knautschbereiche sind nicht vorhanden. Für Zulassung und TÜV ist das irrelevant, da nichts fest verbaut ist.
  • Befestigung mittels Gurten ergibt verglichen mit formschlüssiger Verbindung immer ein kleines Spiel, sie lockert sich im Verlauf und kann versehentlich durch Betätigung der Gurtschlösser gelöst werden
  • Die Entriegelungshebel des Auszuges sind im eingefahrenen Zustand schlecht erreichbar. Sie befinden sich vor den Stützen des "Multiflexboards", man benötigt etwas Fingerfertigkeit, um sie zu erreichen. Vielleicht baue ich nochmal eine Verlängerung oder eine Fernentriegelung.
Was noch fehlt, ist der 12-V-Anschluss auf dem Auszug. Er ist wichtig für die Kühlbox und soll von der Steckdose an der C-Säule links aus mittels einer Schleppkette verwirklicht werden. Später soll eine modulare Heckküche entstehen:
  • links eine niedrige Auflage für die vorhandenen Kühlbox mit einem Schubkasten für Besteck und anderen Kleinkram
  • mittig zwei Stauboxen übereinander
  • rechts ein Möbel, dass die Wasserkanister beherbergt und als Auflage für den vorhandenen zweiflammigen Kocher dient.
Die Planung ist weitgehend fertig, die Ausführung wartet auf das Zusammentreffen von genügend Zeit und genügend Geld...

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Anhänge

sehr cool gelöst!!!
 
Nachteile
  • Befestigung mittels Gurten ergibt verglichen mit formschlüssiger Verbindung immer ein kleines Spiel, sie lockert sich im Verlauf und kann versehentlich durch Betätigung der Gurtschlösser gelöst werden
  • Die Entriegelungshebel des Auszuges sind im eingefahrenen Zustand schlecht erreichbar. Sie befinden sich vor den Stützen des "Multiflexboards", man benötigt etwas Fingerfertigkeit, um sie zu erreichen. Vielleicht baue ich nochmal eine Verlängerung oder eine Fernentriegelung.
Was noch fehlt, ist der 12-V-Anschluss auf dem Auszug. Er ist wichtig für die Kühlbox und soll von der Steckdose an der C-Säule links aus mittels einer Schleppkette verwirklicht werden.
Hallo ramson-b,

Respekt, Du hast Dir sehr viele Gedanken gemacht und es ist eine schöne praktikable Lösung entstanden.
Deine Zielvorgaben ähneln meinen Gedanken beim Ausbau vor 9 Jahren.

Ich hatte mich auch für die vorhandenen Befestigungspunkte (Zurrösen, Sitzhalterungen) entschieden und wollte aber eine feste
Verbindung mit dem Fahrzeug haben. Deshalb habe ich mir dafür Adapter gebaut und konnte die Lücke zwischen den Profilen
und Auszugsschienen zur linken und rechten Fahrzeugverkleidung minimieren.

Für die Verriegelung des Auszuges hatte ich auch lange mit den verriegelbaren Teleskopschienen geplant. Die schlechte Bedienbarkeit, die Angst des plötzlichen "Herausschiessens" des Auszuges am Berg und die geringere Traglast bei diesen Schienen gegenüber denen ohne Verriegelung haben mich dann für externe Riegel entscheiden lassen.

Mein Küchenblock steht vorn hinter dem Fahrersitz und die Kühlbox darin auch auf einem kleinen Auszug mit Schleppkette. Die sollte man auch verwenden um Stromschläge bei 230V oder Brände zu vermeiden.
Ich würde aus eigener Erfahrung empfehlen, die Leitung im Fahrzeug bis zur Anschlußdose gegen eine stärkere auszutauschen und die Standard 12 V Fahrzeugdosen durch kräftigere mit mehr Ampere und einer richtigen Verriegelung zu ersetzen.
Der Spannungsverlust über diese Strecke mit den originalen dünnen Kabeln und der wackeligen Steckdose führt zu einem raschen Ansprechen des Batteriewächters der Kühlbox. Bei mir hielt diese Lösung mit vorher geladener Bordbatterie in südlichen Gefilden dann nicht mal eine Nacht durch.

In meinem unten verlinktem Ausbau habe ich da einiges davon beschrieben, falls Interesse besteht.
 
Vielen Dank für die vielen Anregungen hier im Forum, ohne sie wäre der Heckauszug nicht gelungen. Stellvertretend für viele auch an @t6xs300, den Ausbauthread habe ich mit großem Interesse gelesen.

Die schlechte Bedienbarkeit, die Angst des plötzlichen "Herausschiessens" des Auszuges am Berg und die geringere Traglast bei diesen Schienen gegenüber denen ohne Verriegelung haben mich dann für externe Riegel entscheiden lassen.
Die Bedienbarkeit ist bei meinem Ausbau wirklich bescheiden. Die Verriegelung wirkt robust, Sorge vor einem versehentlichen "Herausschiessen" habe ich nicht. Allerdings muss ich darauf achten, dass sie beim Einschieben wirklich hörbar einrastet. Die Traglast von 110 kg pro Schiene sollte für unsere Zwecke ausreichen. Insgesamt wirkt meine Konstruktion aber etwas wackeliger, als ich mir erhofft hatte, was einerseits an der Befestigung mit Gurten liegt. Andererseits ist die Auszugsschiene vorn und hinten deutlich kürzer, als der Auszug selbst. Kann ich beides notfalls noch ändern, fürs erste erscheint der Auszug auch beladen ausreichend stabil.
Mein Küchenblock steht vorn hinter dem Fahrersitz
Geht bei uns nicht, da wir kein Aufstelldach haben, nicht im Sitzen kochen wollen und zudem die Sitze in der mittleren Reihe montiert sind.
Ich würde aus eigener Erfahrung empfehlen, die Leitung im Fahrzeug bis zur Anschlußdose gegen eine stärkere auszutauschen und die Standard 12 V Fahrzeugdosen durch kräftigere mit mehr Ampere und einer richtigen Verriegelung zu ersetzen.
Der Spannungsverlust über diese Strecke mit den originalen dünnen Kabeln und der wackeligen Steckdose führt zu einem raschen Ansprechen des Batteriewächters der Kühlbox. Bei mir hielt diese Lösung mit vorher geladener Bordbatterie in südlichen Gefilden dann nicht mal eine Nacht durch.
Hatte ich auch schon auf dem Schirm, bisher geht die Kühlbox aber ganz gut mit der originalen Steckdose hinten links. Solange das so bleibt, habe ich keine Lust, die Seitenverkleidungen rauszureißen... Beim T5.2 sind die Dosen noch durchgängig mit 2,5 mm verkabelt, im T6 kommen kurze Stücken mit 1,5 mm vor. Der Batteriewächter meiner Box löst bei 10,1 V aus, was sehr wenig ist, wenn es wirklich die Batteriespannung wäre. Bisher hatte ich diesen Fall nur einmal, nach mehr als 2 Tagen Stillstand ohne Landstrom. Das Auto ist anstandslos angesprungen, die Batterie ist eine 92 Ah AGM im Motorraum, eine Zweitbatterie haben und brauchen wir nicht.
 
Beim T5.2 sind die Dosen noch durchgängig mit 2,5 mm verkabelt, im T6 kommen kurze Stücken mit 1,5 mm vor. Der Batteriewächter meiner Box löst bei 10,1 V aus, was sehr wenig ist, wenn es wirklich die Batteriespannung wäre. Bisher hatte ich diesen Fall nur einmal, nach mehr als 2 Tagen Stillstand ohne Landstrom. Das Auto ist anstandslos angesprungen, die Batterie ist eine 92 Ah AGM im Motorraum, eine Zweitbatterie haben und brauchen wir nicht.
Ja bei Deinem T5 hast Du ja nicht das Problem mit einer nur zu 80% geladenen Batterie wie mit dem "Bluemotion Firlefanz" in meinem T6. Wenn alles zu Deiner Zufriedenheit funktioniert, dann "never touch a running system!", es kann nur schlechter werden 😉
 
Habe das ähnlich gebaut, mit einer geteilten, zweiteiligen Fläche. Ist die dritte Reihe drin, liegt nur der hintere Stahlrahmen mit Platte auf den Schienen, ist die Sitzbank draussen, lege ich den hinteren Rahmen dazu.

Dann ist der gesamte Ladeboden ca 1200mm auf der vollen Breite ausfahrbar.

Im Alltag nutze ich nur eine Platte, im Urlaub steht auf dem Auszug der Küchenblock und alle Ausstattung. Darüber saugend passen das MFB bis hinter die zweite Reihe als Fullsizebett..
 
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