Geschwindigkeitsunterschied zw. Tacho und Navigon

Mit neuen Reifen legst du doch pro Reifenumdrehung, die vermutlich gezählt wird, noch mehr Weg zurück.
 
Moin,
genau deshalb zeigt der Tacho bei größeren Rädern auch weniger an und gleicht sich so immer mehr an die reale Geschwindigkeit, sprich Navi, an.
Aus diesem Grunde zickt der TÜV doch auch gerne bei größeren Rädern rum, weil der Tacho, im Kombiinstrument, nie zuwenig anzeigen darf...die STVO Vorgabe hatten wir doch schon.
 
Das haben nicht nur die Franzosen!
Ich kenn es als Section Control
In England auf den Motorway Baustellen ist es ueblich die Durchschnittsgeschwindigkeit zu messen, da stehen in regelmaessigen Abstaenden gelbe "laternen Pfosten" mit Kameras dran, kein Blitz, nur ein Brief.

... aber die Preise und Toleranzen sind auch recht akzeptabel dort.

PS: die blauen Kameras auf den sogenannten A-Roads sind keine Geschwindigkeitskontrollen sondern Sensorik fuer den Verkehrsfluss... falls sich schon mal jemand gefragt hat.
 
Moin,
genau deshalb zeigt der Tacho bei größeren Rädern auch weniger an und gleicht sich so immer mehr an die reale Geschwindigkeit, sprich Navi, an.
Aus diesem Grunde zickt der TÜV doch auch gerne bei größeren Rädern rum, weil der Tacho, im Kombiinstrument, nie zuwenig anzeigen darf...die STVO Vorgabe hatten wir doch schon.
Woher weiß der Tacho denn, dass größere Räder drauf sind oder gibt man das beim T6 irgendwo in ein Menü ein? Bei meinem Landrover ist die Tachoabweichung zwischen Sommer und Winter bereifung immer mehrere km/h durch die unterschiedlichen Reifenumfänge.
 
Der Tacho weiß gar nichts davon, drum ändert sich ja der angezeigte Wert je nach Radumfang.

Man könnte den Wegstreckenwert Im KI ändern, aber da gibt es nur fest vorgegebene Werte, man bekommt es damit also nicht zwangsläufig genauer. Und wenn jemals knapp zu wenig angezeigt würde, wäre das definitiv nicht mehr legal.
 
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Navis sind zur genauen Geschwindigkeitsmessung nicht geeignet. Sie haben nur sehr einfache und billige GPS Chipsätze und schlechte Antennen. Sie sind daher meist nicht besonders genau.

Gruß, Marcus

Hi
Und noch am Rande: die Systemgenauigkeit von GPS erlaubt eine Auflösung von 0.17 km/. Angezeigt wird üblicherweise in ganzen km/ Wenn das Navi mal mehr als erlaubt anzeigt, dann ist's mehr.
Gruß und zirp
GriLLe

@GriLLe

frage an den Boardinternen Elektro Spezialisten

lt deiner Aussage ist das GPS dann ja hochgenau, widerspricht allerdings total der Aussage unseres Moderators


was stimmt den nun ?
 
Wenn ich mich als Dritter mal einmischen darf.

Ich würde sagen, Bruder haben Recht.

GPS KANN sehr genau sein, wenn alle Bedingungen ideal passen. In einer fahrenden BlechKiste sind die das aber nicht unbedingt.
Wenn man am Handy sehen kann von die vielen Satelliten es ein Signal bekommt, wäre das schon gut. Und wenn ein Beifahrer die Anzeige über längere Zeit beobachten kann und es keine Schwankungen gibt würde ich den Wert +/- 1 als korrekt nehmen.
 
sorry ...wer ist Bruder ? :confused:

einem Handy würde ich auch nicht vertrauen,

ich vertraue einem TomTom Go 6200
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo
Da möchte ich den Herrn Moderator nur vorsichtig, aber doch, anzählen. Die Systemgenauigkeit von 0,178km/h habe ich noch von der Anfangszeit der amerikanische GPS-Satelliten im Kopf. Das ist Jahre her, ich kann daher keinen Nachweis in Form eines Links liefern. Möglicherweise ist Gallileo noch genauer. In die Berechnung gehen keine Signalstärken (Antennen oder Signalprobleme) oder Berechnungsfehler ("billiger Chipsatz") ein. Beides hat aber mit der Dauer bis zum ersten "Fix" (Synchronisation, die geeignet ist. Laufzeitunterschiede zwischen den Satelliten zu messen) zu tun. Früher benötigten die Navis beim ersten Einschalten einige Minuten, heute wird vom letzten festgestellten Standpunkt und der aktuellen Zeit aus auf die aktuell sichtbaren Satelliten geschlossen und deren Empfangsdaten zuerst versucht. Das Ergebnis sind - je nach Chipset - erste Daten innerhalb weniger Sekunden. Wir sind da bei viel Digitaltechnik mit wenig Analogtechnik.
Es gibt (Handy-)Software, die die Standortgenauigkeit in Metern angibt. Aus meiner Sicht hat sich die App "GPS Test" bewährt. (Jede Wette, es gibt andere, mindestens gleichwertige Apps). Die zeigt die "GPS" (tatsächlich mit Galileo-) Daten blos von den NMEA-Strings in Klarschrift umgesetzt an. Wenn diese Anzeige nicht auffällig schwankt, darf man der dann schon vertrauen. Damit ist gut zu beobachten wie die Anzeigepräzision mit immer mehr synchronisierten Satelliten schnell und stark zunimmt, sowohl Standort, als auch Geschwindigkeit. Wenn die Synchronisation damit steht, ist das ein sehr guter und genauer Referenz-Tacho mit ca. Zehntel km/h aufgelöster Anzeige. Zugegeben, das Zehntel glaube ich auch nicht mehr, aber damit schätzt man "ist es eher der höhere oder der niedrigere Einer der kmh".
Gruß und *Zirp*
GriLLe
 
Hi again
Wie ich gerade gemerkt habe, zeigt GPStest nicht standardmäßig Zehntel an, das muss im Setup eingestellt werden.
Gruß und zirp
GriLLe
 
@GriLLe
2 Fragen dazu
Zum einen kann doch ein GPS Empfänger nicht automatisch auch Gallileo empfangen, oder?

Und zum anderen haben gerade Navis fast immer softwareseitig eine Funktion bei schlechtem Empfang einfach vorübergehend die bisherige Geschwindigkeit weiter anzuzeigen.
Man kann sich bei konstant angezeigter Geschwindigkeit also nicht sicher sein, ohne parallel die empfangslage zu prüfen.
 
GPS KANN sehr genau sein, wenn alle Bedingungen ideal passen.
Wenn Du so etwas schreibst solltest Du vielleicht hinzufügen welche Bedingungen Du meinst. Sonst hört es sich so an wie:"Ein Bekannter meiner Oma hat mal von einem Freund gehört, der das irgendwo in der Zeitung gelesen hat ..."

Ich vermute Du meinst:
- Wieviele Satelliten empfangen werden
- Künstliche Ungenauigkeit des Signals (weil wir hauptsächlich das amerikanische System verwenden)
- Signalverschlechterung durch bedampfte Frontscheiben
- Signalverschlechterung durch ungünstige Position im Innenraum

Gibt sicher noch mehr Einflüsse, die mir grade nicht einfallen.
 
Hi
Zum einen kann doch ein GPS Empfänger nicht automatisch auch Gallileo empfangen, oder?
Doch. Der verwendetet Datensatz GNSS ist einheitlich - zumindest im Bezug auf Navigation. Es werden von halbwegs aktuellen Chipsets (aus dem Gedächtnis seit 5 bis 10 Jahren) folgende Systeme parallel und zu gleicher Zeit verwendet:
GPS (NAVSTAR, USA)
Glonas (Verteidigungsministerien der Russischen Föderation)
Galileo (EU)
Beidou (Volksrepublik China)
Dazu werden SBAS ( Satellte Based Augmentation Systems, WAAS, EGNOS, MSAS, WAGAN, SDKM, QZSS, zur Unterstützung und Erhöhung der Genauigkeit der jeweils lokal vorgesehenen GNSS Navigation) unterstützt.
Die jeweiligen Betreiber schalten (wohl auch zum Energiesparen) die Auflösung je nach Standort des Satelliten um oder ab, sodass in Europa wohl Gallileo und GPS die Hauptsächlich benutzten sind.

... (weil wir hauptsächlich das amerikanische System verwenden)
Nein, nicht mehr. Galileo hat unbemerkt Einzug gehalten und ist meist der primäre Datenlieferant. In Europa könnten die Amis mit GPS brausen gehen, wenn sie Standortdaten wie seinerzeit in den diversen Nahostkriegen verschleiern wollten.
Gruß und *zirp*
GriLLe
 
hab noch etwas recherchiert. Zumindest diese Aussage suggeriert ein etwas falsches Bild.
Es werden von halbwegs aktuellen Chipsets (aus dem Gedächtnis seit 5 bis 10 Jahren)
Anfang 2017 hat es wohl genau zwei Geräte gegeben, die Galileo verwenden konnten.
Aktuell sind es schon deutlich mehr, aber z. B. erst ab iPhone 6S (das 6 also noch nicht), oder ab Mate 9, Galaxy S8.

Ich würde also eher ein Geräte die seit 2-3 Jahren auf dem Markt sind draus machen.

Aber Grundsätzlich hast Du Recht und mir war es neu, dass mein 6S schon was damit anfangen kann!
Danke!

Liste geeigneter Geräte:
UseGalileo - FINDEN SIE EIN GALILEO-FÄHIGES GERÄT
 
Hallo Zusammen,

leider ist es nicht ganz so wie Ihr hier schreibt.
Es gibt maximal seit letzten Jahres Navis welche Galileo Signale verarbeiten können. Derzeit gibt es wenige Smartphones, die Galileo Signale verarbeiten können, z.B. IPhone 8 und höher.

In modernen Navis rechnet ein sogenannter Kalmanfilter die Position und Geschwindigkeit des Nutzers aus Laufzeitmessungen (Pseudoranges) und Dopplerverschiebung. Man kann auch sagen, der Kalmanfilter bestimmt den aktuellen Systemzustand (Bewegungsprofil des Nutzers, also Geschwindigkeit, Beschleunigung, Richtung). Dieser Systemzustand taugt für eine Gewisse Zeit für eine Vorausberechnung, z.B. im Tunnel wo man ja keinen Satellitenempfang hat.
Smartphones, die in der Regel Beschleunigungsmesser haben können im Tunnel deutlich besser weiter rechnen, da die Daten der Beschleunigungssensoren mit in die Berechnung eingehen. Beim fest eingebauten Navi gehen auch die Daten der ABS Sensoren mit ein. Das ganze Verfahren nennt man Dead-Reckoning.
Zusätzlich findet bei den Navis noch ein Map-Matching statt, welches auf der Annahme basiert, daß der Nutzer sich nur auf einer Straße bewegen kann und nicht in der Wiese/Feld/Wasser. Sprich die Position wird auf die Straße "gezogen".

Mann kann seinem Navi/Smartphone oder auch Outdoor-GPS bzgl Geschwindigkeitsangabe sehr gut vertrauen, wenn die Antenne nicht wesentlich abgeschattet ist. Ideal wäre also eine GPS Antenne auf dem Autodach (Haifischantenne z.B. bei BMW). Beim T6 sitzt die GPS Antenne ja im Außenspiegel was schon besser ist als das Smartphone in der Telefonablage neben dem Schalthebel.
Am besten wäre für Geschwindigkeitsvergleiche eine gerade Straße in südlicher Richtung. Da es hauptsächlich auf die Geschwindigkeit ankommt spielen Positionierungsfehler eine geringe Rolle, weil ja immer die Differenz gerechnet wird und zusätzlich die Dopplermessungen eingehen.

@GriLLe: Die Zeit, die ein Empfänger braucht um eine Position zu bestimmen heißt Time-to-first-fix (TTFF). Wenn ein Empfänger garkeine Kenntnis über seine Position, die Zeit und die Satellitenkonstellation hat, dann hat man bei GPS eine maximale TTFF von gut 60 Sekunden, bei Galileo etwas mehr.
Dies hat man z.B. wenn man sein Outdoor-GPS erst hier nutzt, dann nach USA fliegt und dort wieder einschaltet. Es sind zwar noch die gespeicherten Orbits der Satelliten gültig, aber die Position hat sich drastisch geändert und damit die Sichtbarkeit und auch die Dopplerverschiebung. Die Acquirierung der Satelliten ist eine 2-dimensionale Suche im Zeit-Frequenzraum. Mit speicherung der Orbits verkürzt man die Suche im Freuqenzraum drastisch.
Die Smartphones nutzen hier viel mehr Möglichkeiten. Sie ziehen sich die Orbitinformation aus dem Internet (Verkürzung der Dopplersuche), ferner ist der ungefähre Standort durch das Einbuchen ins Mobilfunknetz bekannt, womit auch die sichtbaren Satelliten bekannt sind. Ferner ist das Smartphone zeitlich sehr gut synchronisiert. Die Navigationsdaten werden auch übers Internet gezogen, womit sich die Wartezeit für eine vollständige Übertragung der Navigationsdaten drastisch verkürzt (bei GPS hat man 50bit/s bei Galileo 25bit/s)

Woher ich das weiß? Ich habe an der Entwicklung der ersten Galileo Empfänger mitgearbeitet und arbeite jetzt im Galileo Kontrollzentrum.

Viele Grüße,
Ronny
 
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