ESP und differnzialsperre

Johannes37a

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Mein Auto
T5 Kastenwagen
Motor
TDI® 132 KW
Typenbezeichnung (z.B. 7H)
T5.2
Kann mir jemand sagen, ob ESP die Differenzialsperre ersetzt oder funktioniert das gar nicht????????????
Gibt es für den T5 überhaupt noch Differenzialsperren????

Johannes
 
AW: ESP und differnzialsperre

Diff Sperre gibt es (mechanisch, Hinterachse!) für den 4Motion, für 2 Rad nicht (würde auch keinen Sinn machen).
ESP und mech. Diff.sperre kann man eigentlich nicht vergleichen.
"suche"t, und Ihr werdet finden ;)

Gibt schon eine Diskussion über die Unterschiede!
 
AW: ESP und differnzialsperre

Hallo,

kannst Du denn bitte auch mal erklären, was "...Antiblockiersystem ABS: mit Differentialsperre..." in der Fahrzeugbeschreibung heißt? Das habe ich nämlich schon öfter gelesen und mir auch gedacht, Diff.-Sperre gibt es nur bei Allrad. Da ich aber nur Automatik gucke, schließt sich Allrad ja aus.

Daher habe ich mich auch gewundert. Da mir aber auch schon ein Verkäufer bei einem namhaften VW-Händler erklären wollte, warum er in der Fahrzeugbeschreibung "DSG" aufgeführt hat, stelle ich denen lieber keine Detailfragen mehr. Und der Joke mit dem Zahnriemenwechsel beim 2,5er TDI ist mir auch schon zweimal gelungen. "Müsste bei 90t oder 120t fällig sein":help:

Also: besser da fragen, wo man sich auskennt, oder?:D

Grüße vom Dobbie
 
AW: ESP und differnzialsperre

Antiblockiersystem ABS: mit Differentialsperre: Da ist ja quasi schon das Prinzip erklärt.

Die mechanische Diff.sperre regelt den Schlupf direkt am Antrieb,
die elektronische "DiffSperre" (die den Namen nicht wirklich verdient) bedeutet folgendes: über Bremseingriffe am schlüpfenden Rad (einzeln) wird das rutschen, bzw. durchdrehen des Rades verhindert.

Im Umkehrschluß heitß es, das die elektronische DiffSperre sich "totregeln" kann (nämlich, wenn es keinen Grip bekommt, immer langsamer wird und...) was eine mechanische Sperre nicht macht.

Genau aus dem Grund sind die beiden eigentlich nicht zu vergleichen.
 
AW: ESP und differnzialsperre

Ok, also man glaubt ja als Laie, man könnte die Begriffe grob auseinander halten. Anscheinend täusche ich mich da. Wenn ich Dich jetzt richtig verstanden habe, habe ich Deiner erklärten Variante der Traktionskontrolle bzw. Antischlupfregulierung zugeschrieben.

Ich kenne zwar Differentialsperrungen vom Modellbau, allerdings sind dort keine elektronischen Eingriffe üblich. Daher werden die Differentiale dort mechanisch gesperrt bzw. schwergängiger gemacht. Zum einen über eine Madenschraube, zum anderen bei groben Kegeldifferentialen über die Konsistenz des Diff.-Fettes.

Vergleichbar ist das aber glaube ich nicht. Das dürfte beim Kfz. doch komplexer sein.

Aber mir ist jetzt immer noch nicht der Unterschied klar zwischen ASR und Diff.-Sperre.
 
AW: ESP und differnzialsperre

Oder doch!?

Die mechanische wird sich bei losem Untergrund eingraben, weil das Drehmoment mit dem am Boden befindlichen Rad ein Loch schaufelt, oder?

Ich muss da nochmal in Ruhe drüber nachdenken...

Vielleicht kommt da ja noch die Erleuchtung:confused:
 
AW: ESP und differnzialsperre

An meinem T4 habe ich eine. Funktioniert einwandfrei. Sperrt, wenn ein Rad durchdreht..............aber in Verbindung mit ESP................???
 
AW: ESP und differnzialsperre

Die elektronische Diff.Sperre wirkt nur an der Vorderachse, und ist eben ein "umgekehrtes ABS", was sich nach und nach runterregelt.
Die mech.Diff.Sperre wirkt nur an der HA, und auch (deswegen) nur beim 4 Motion.
 
AW: ESP und differnzialsperre

Im Umkehrschluß heitß es, das die elektronische DiffSperre sich "totregeln" kann (nämlich, wenn es keinen Grip bekommt, immer langsamer wird und...) was eine mechanische Sperre nicht macht.

Genau aus dem Grund sind die beiden eigentlich nicht zu vergleichen.

wieso sollte sich die elektronische DiffSperre / ASR "totregeln"? Durch das Abbremsen des durchdrehenden Rades kriegt das andere relativ mehr Kraft, bis beide ungefähr synchron drehen (was auch heissen kann, dass beide durchdrehen). Ich hoffe doch sehr, dass ASR genügend Logik hat, um immer nur ein Rad abzubremsen, nicht beide gleichzeitig.
 
Differnzialsperre und Einparkhilfe

Wenn wir gerade beim Thema Differnzialsperre sind...

...kann mir bitte mal jemand erklären, wieso die Differnzialsperre nicht mit einer Einparkhilfe vorne UND hinten, sondern NUR mit der Einparkhilfe hinten kombinierbar ist???

;(
 
AW: Differnzialsperre und Einparkhilfe

Wenn wir gerade beim Thema Differnzialsperre sind...

...kann mir bitte mal jemand erklären, wieso die Differnzialsperre nicht mit einer Einparkhilfe vorne UND hinten, sondern NUR mit der Einparkhilfe hinten kombinierbar ist???

;(

Das ist mir neu!... :confused::confused:...

Mein Cali hat 4motion, mech. Diffsperre hinten UND PDC vorn/hinten... und alles funktioniert einwandfrei...

Wie kommst Du zu dieser Info?
 
AW: Differnzialsperre und Einparkhilfe

Hallo,


wer sich mit Allrad, Traktion und Differentialen auskennt … bitte nicht weiterlesen (zumindest nicht bis zum bitteren Ende), denn der Kundige erfährt hier Nichts Neues, vielleicht sogar das Eine, oder Andere, dass so nicht ganz korrekt ist (Konstruktive Korrekturen deshalb gerne).

Für alle anderen ist es vielleicht langatmig, aber hoffentlich verständlich.

Zum Thema.

Traktion:

Unter Traktion versteht man die Fähigkeit unseres Fahrzeugs, die vorhandene Antriebskraft des Motors in Vortrieb umzusetzen.

Die Variablen sind im wesentlichen der Reibwert (zwischen Reifen und Untergrund), die Achslast (je höher desto besser) und die Fahrzeugmasse (je niedriger desto besser).

Reibwert:

Der Reibwert ist umso höher je größer die effektive Reifenaufstandsfläche ist und je besser das verwendete Reifenmaterial „Kontakt“ zum Untergrund bewahrt.

Auf trockendem Asphalt ist dies ein möglichst breiter Reifen mit einem größtmöglichen Umfang und einer möglichst weichen Gummimischung.

So ist die Traktion auf trockenem Asphalt z.B. mit einem Rennslick optimal, denn die maximale Reifenaufstandsfläche wird nicht durch (in diesem Fall) unnötige Rillen (Profil) vermindert. Idealerweise hätte der Reifen auch noch einen größtmöglichen Umfang um die Reifenaufstandsfläche zu vergrößern, aber praktisch findet die Vergrößerung des Umfangs seine Grenzen u. A. im zunehmenden Cw Wert (Strömungswiderstandskoeffizient).

Dass dieses Prinzip funktioniert kann man nachvollziehen, wenn man sich mal den Reifenumfang auf der Antriebsachse eines Dragsters vergegenwärtigt.

Desto wärmer die Gummimischung ist umso weicher wird sie auch, was auch der Grund ist, warum in der F1 die Reifen vor dem Start aufgeheizt werden und zur Verteidigung einer Pole Position eine weiche Gummimischung einer härteren vorzuziehen ist.

Auf nassem Asphalt findet der profillose Rennslick aber seine Fähigkeit zum Aufbau eines optimalen Reibwerts, denn mit zunehmender Geschwindigkeit bildet sich ein Wasserfilm zwischen Straße und Reifen (Aquaplaning) und der Reibwert geht schnell gegen Null, weshalb wir eben Reifen mit Profil fahren (schlecht für die Traktion auf trockener Fahrbahn, aber entscheidend bei nasser Fahrbahn).

Im Gelände – man stelle sich mal eine lehmig, schlammige (oder verschneite) Auffahrt vor - hat der Slick verständlicherweise überhaupt keine Chance mehr, der breite 275er Sommerreifen auf 20“ Felge (trotz guter Reifenaufstandsfläche) scheitert auch schnell, allein große Reifen mit grobstolligem Profil und weicher Gummimischung verkrallen sich optimal im Untergrund und sind in der Lage Reibwert und somit Traktion aufzubauen.

Breit, groß, grobstollig und weich … dass das im Gelände funktioniert erlebt man, wenn man einmal dabei ist, wenn ein Monstertruck (auf Traktion optimiert) auf einem extrem schlechten Untergrund doch maximal beschleunigt. Einem Untergrund auf dem es jeden Menschen erst einmal flachlegt.

Für das Prinzip maximale Reifenaufstandsfläche gibt es noch viele Beispiele, z.B. vermindert man beim Fahren im Sand den Reifenluftdruck massiv und vergrößert somit die effektive Reifenaufstandsfläche, die wird nicht nur breiter, sondern gewinnt auch durch die Anpassung des stark walkenden Reifens an den Untergrund.

Das Prinzip Reibwert kennen wir auch, wenn wir an die in Skandinavien noch zulässigen Spikes (für eisglatte Fahrbahn), oder grobstollige Geländereifen an Landrovern und den Rallye Dakkar LKWs, oder nur einem T5 mit Seikel Fahrwerk mit VWN Geländebereifung denken.

Reicht der aufgebaute Reibwert nicht aus um die auf das Fahrzeug wirkenden Kräfte 1:1 auf die Straße zu bringen (Schlupf), dann gilt nicht nur, dass die Traktion abnimmt, sondern auch die Fähigkeit der Reifen Seitenführungskräfte aufzubauen, d.h. unser Fahrzeug fährt nicht mehr in die Richtung in die wir lenken, sondern dorthin wohin unsere Gesamtmasse aufgrund Ihrer Masseträgheit hin will. Blöd, einfach blöd.

Achslast:

Je höher die Achslast, also der Druck auf die Kontaktfläche Reifen:Untergrund desto höher fällt natürlich auch wieder der Reibwert aus.

Fronttriebler haben hier natürliche Nachteile, denn beim Beschleunigen vermindert sich die Achslast auf der Frontachse und somit die Traktion. Advantage Hecktriebler besser noch: Allrad (4-Motion).

Beim Hecktriebler wird beim Beschleunigen die Achslast auf der Hinterachse erhöht, der Grip an der angetriebenen HA wird dank eines höheren Reibwerts besser.

Dass dieses Prinzip funktioniert weiß jeder, der schon einmal mit einem Käfer, T1, T2, T3 (oder Porsche 911) im Winter (nur mit 2-Motion) so ziemlich Jedem davon gefahren ist, denn hier kommt beim Anfahren alles zusammen, erhöhte dynamische Achslast auf der HA beim Beschleunigen, hohe Hinterachslast dank Heckmotor und der Antrieb wo er hingehört … nach hinten – ideal.

Optimal ist natürlich ein ständiger 4-Rad Antrieb (Land-Rover, Unimog), oder zumindest ein Regelungssystem, dass je größer der Schlupf an einer Achse wird, dann auch immer mehr Antriebskraft auf die verbleibende Achse bringt.

Ein an der VA durchdrehender Reifen (zu viel Kraft, oder zu geringer Reibwert) wird beim 2-Motion durch die ASR eingebremst (mehr dazu weiter unten), beim 4-Motion auf die dynamisch beim Beschleunigen stärker belastete HA „gelenkt“ und erst wenn auch dort Schlupf auftritt, wirkt auch beim 4-Motion das ASR durch einen gezielten Brems- und Motormanagement Eingriff, d.h. Antriebskraft minimierend bis der Reibwert ausreicht, oder bis auch hier Nichts mehr vorwärts geht.

Fahrzeugmasse:

Je höher das Fahrzeuggewicht (auf allen Achsen), desto mehr Antriebskraft muss auf den Untergrund übertragen werden um unser Fahrzeug zu beschleunigen, d.h. ich brauche einfach auch mehr Reibwert. Gilt leider auch fürs Abbremsen ...

Auch hierfür steht der Käfer als Musterschüler, denn bei geringem Fahrzeuggewicht und (anteilig) maximaler Achslast auf der HA geht er klar in Front.

Dass dieses Prinzip stimmt, sieht man natürlich auch bei Dunebuggy Rennen. Hier kommt (für den Sand) das Optimum zum Einsatz. Minimales Gesamtgewicht, Motor und somit Gewicht auf der HA, Antrieb hinten (oder über alle Achsen), große, breite, weiche Reifen … gut so.

Elektronische Helferlein:

ASR:Wenn die Traktion beim Beschleunigen nicht ausreicht dann qualmen auf trockener Straße die Reifen. Das ist unerwünscht, gewünscht ist optimale Beschleunigung. Hier greift ein elektronisches System helfend ein: eben ASR.

Mit ASR haben wir es auch zu tun, wenn unsere Reifen auf der schönen Schneedecke keinen ausreichenden Reibwert aufbauen können.

Hier - wie im ersten Fall - regelt die Antischlupfregelung durch einen Brems- und Motormanagement Eingriff die Antriebskraft solange nach unten bis der Reibwert die verringerte Antriebskraft übertragen kann, oder eben Nichts mehr geht.

ESP: ist ein elektronisch gesteuertes System , das durch gezieltes Abbremsen einzelner Räder und/oder einen Eingriff in das Motormanagment, oder sogar einen aktiven Lenkeingriff, instabilen Fahrzuständen entgegenwirkt.

Wichtig: Ein Abbremsen (oder Drehmomentverringerung) an einzelnen Achsen, oder an einzelnen Reifen zur Aufhebung von instabilen Fahrzeugzuständen (z.B. Unter- oder Übersteuern) wirkt nur, wenn der abgebremste Reifen noch eine Kraftkoppelung mit der Straße hat, also genug Reibwert aufbaut.

Schlupf ist also des ESPs Sytemfeind Nr.1, oder anders gesagt: tritt erst einmal Schlupf auf hilft auch kein ESP (sondern ASR).

Ist man so schnell unterwegs, dass selbst durch gezieltes Abbremsen, oder Verringerung der Antriebskraft der instabile Fahrzustand nicht aufgehoben werden kann, ja dann sind eben die Grenzen der Regelung überschritten und unsere Fahrzeugmasse folgt den physikalischen Gesetzen.

Aufgrund dieser Systemeigenschaft ist ESP in aller Regel mit anderen Assistenzsystemen kombiniert. Die Bekanntesten: Das Antiblockiersystems (ABS), und die Antriebsschlupfregelung (ASR).

ABS: ist ein elektronisch gesteuertes System , das mittels dynamischer Regelung der Bremskraft (nicht der Antriebskraft) verhindert, dass die vom Fahrer eingeleitete Bremsung nicht stäker wird als die Reibkraft, die die Reifen noch mit dem Untergrund „aufbauen“. Ansonsten blockieren die Räder und der Reibwert ist minimal (fast wie bei Schlittenkufen auf Eis), gebremst wird kaum noch.

Wichtig: Die Grenzen zwischen den einzelnen Systemen sind aufgrund des hohen Integrationsstands und der Hersteller- bzw. modelltypischen Implementierung nicht eindeutig.

Für den T5 verfüge wir Laien über keine Systembeschreibung die die Parameter der einzelnen Systeme beschreiben würde und habe auch keine Tests unternommen um die Regelungssystematik und -Charakteristik näher zu verstehen.

Schalten wir z.B. beim T5 das ESP aus, dann bleibt ABS aktiv, aber ASR wird ebenfalls deaktiviert.

VA-Differential, Haldex-Kupplung, HA Differential und
mechanische HA Differentialsperre

Der T5 ist ein Fronttriebler mit Frontmotor. Soweit bekannt.

Das ist nicht so optimal wie Hecktriebler mit Heckmotor (vgl. dynamische Erhöhung der HA Last beim Beschleunigen), aber immerhin ist der Motor auf der primären Antriebsachse sodass wir für einen Fronttriebler optimale Verhältnisse haben.

Dreht einer unserer Reifen an der Vorderachse beim Beschleunigen durch (nicht genug Reibkraft), so regelt ASR die Antriebskraft durch Bremsen des durchdrehenden Rades bzw. durch Verminderung der Motorleistung (beide Räder) solange herunter bis wieder ausreichend Traktion gegeben ist.

Je nach Untergrund, z.B. bei Eis) regelt das System auf Null, d.h. es geht Nichts mehr.
Das ist nicht gut, aber außer elektronischen Helferlein haben wir auch noch ganz klassische, „mechanische“ Einrichtungen zu betrachten.

Differentiale:

Fahrzeuggetriebe, Differentialgetriebe und Achsantrieb stellen an der Vorderachse u.a. sicher, dass wir keine starre Verbindung zwischen den einzelnen Rädern der Vorderachse haben, die Räder können mit unterschiedlicher Geschwindigkeit drehen.

Dies ist erforderlich um die unterschiedliche Umdrehungsgeschwindigkeit des jeweils Kurveninneren gegenüber dem Kurvenäußeren Rad auszugleichen.

Wäre dieser Ausgleich nicht konstruktiv vorgesehen, dann gilt zumindest auf trockenem Asphalt, dass eine starre Verbindung zu Verspannungen bis zum Bruch der Konstruktion, oder zum blockieren des Kurvenäußeren Rades führen würde, mithin zu einem sehr stark vergrößerten Kurvenradius, oder sogar einem unkontrollierbaren Fahrzustand.

Mangels starrer Verbindung bewirkt das Vorderachsdifferential auch, dass bereits ein einzelnes durchdrehendes Rad an der Vorderachse dazu führt, dass wir auf dem verbleibenden Rad (dass womöglich noch genug Traktion aufbauen könnte) ebenfalls eine verringerte bzw. keine Antriebskraft mehr übertragen.

Ergebnis es geht Nichts mehr.

Daran ändert auch ASR Nichts, denn ASR regelt nur die überschüssige Kraft, die wir über unseren Gasfuß abfordern wieder nach unten, verschafft uns aber keinen besseren Reibwert.

Hilfreich wäre also die Möglichkeit – wenn ein Reifen an der VA keine Traktion mehr aufbauen kann, dass man die Möglichkeit hätte doch eine starre Verbindung zwischen den Rädern herzustellen … diese Möglichkeit gibt es, jeder ernsthafte Geländewagen hat es … eben eine Differentialsperre.

Eine mechanische Differentialsperre an der VA wie beim Unimog, das wär’s. Beide Räder der Vorderachse drehen mit der gleichen Geschwindigkeit, dreht eines durch und das andere findet noch genug „Halt“, dann geht eben doch wieder etwas … es geht weiter.

Dass das Kurvenäußere Rad den weiteren Weg hat interessiert auf „schlüpfrigem“ Untergrund auch nicht weiters … es rutsch eben ein wenig.

Kommt man wieder auf festen Untergrund muss man allerdings daran denken, die mechanische Sperrdifferential wieder auszuschalten, sonst gibt’s eben das schon weiter oben beschriebene Problem(chen).

Fazit: Dreht ein Vorderrad unseres T5 2-Motion durch, dann hilft auch der schönste Untergrund auf dem verbleibenden Rad nicht. Eine Differentialsperre haben wir an der VA nicht. ASR ist keine Differentialsperre sondern nur ein Gasfußkompensator.

Was aber ist bei Allrad 4-Motion Antrieb ?

Irgendwie kommt die Kraft vom Motor auch an die Hinterachse. Eine starre Verbindung wäre denkbar (einfach eine Kardanwelle wie beim klassischen Frontmotor, Heckantrieb), aber dann hätten wir auch eine 50:50 Verteilung der Antriebskraft – ständig - auch wenn wir diese gerade nicht brauchen – z.B. auf der sommerlichen Autobahnfahrt von München nach Hamburg. Folge: Dieselverbrauch ohne Ende – für Nichts und wieder Nichts. Also muss wieder ein Differential her … diesmal weder starr, noch entkoppelt, sondern mit variabler Kraftübertragung an die Hinterachse.

Gesagt getan … Audi hat ein solches (Thorsen), wir haben beim 4-Motion auch eins – ein Haldex Differential. Grundidee … je mehr Schlupf an der Vorderachse auftritt desto mehr Kraft wird auf die Hinterachse übertragen. Details im Internet.

Nachteil: hinten kommt erst Kraft an, wenn vorne Schlupf feststellbar ist.

Vorteil: Das ganze spart Diesel und noch viel wichtiger, das Ganze funktioniert aufgrund der variablen (nicht starren) Verbindung auch mit ESP (Abbremsen einzelner Räder heißt ja auch, dass zwischen Ihnen KEINE starre Verbindung sein darf).

Also Wiederholung … vorne geht Nichts mehr, weil ein Rad durchdreht (auf Schnee, Eis, Schlamm, etc.), aber jetzt kommt ja Kraft auf die Hinterachse … soweit so gut.

An der Hinterachse haben wir auch wieder ein Differential (2-Motion und 4-Motion), denn eine starre Verbindung dürfen wir Asphalt und City Survival T5er Junkies ja nicht haben … da würde ja auf Asphalt was brechen … siehe oben.

Können beide Reifen an der HA noch Grip (Traktion) aufbauen, dann ist alles OK, wir Beschleunigen und hoffentlich geht es mit dem erworbenen Schwung auch schon über die Stelle hinaus, die unsere Vorderreifen scheitern ließ.

Hat ein Hinterrad auch so einen schönen Eisfleck erwischt, dann war’s das wieder – wie vorne – Nichts geht und zwar trotz 4-Motion. Blöd gelaufen.

Aber hier hilft uns VWN aus der Patsche, denn für die Hinterachse gibt es eine mechanische Differentialsperre (für vorne leider sehr aufwendig). Kaum ist diese eingelegt reicht ein Hinterrad aus um uns in Bewegung zu setzen. Vorausgesetzt die Reifenaufstandsfläche von nur einem Reifen ist in der Lage auf dem Untergrund genug Reibwert aufzubauen um das ganze Fahrzeuggewicht auch ohne große dynamische Achslasthöhung weit genug aus der Patsche heraus zu bewegen.

Fazit: Wenn vorne Nix mehr geht und hinten mit mechanischer Differntialsperre noch ein Rad genug Traktion aufbaut geht’s weiter, ohne mechanische Sperre müssen beide Hinterräder Grip auf die Straße bringen.

Unimogs haben es da gut … vorne, hinten und längs die mechanische Sperre rein, im Kriechgang nach vorne … sobald auch nur ein Reifen Grip hat geht’s weiter, bis dahin gräbt er sich schön langsam in den Untergrund, aber bei einer Bodenfreiheit von 50cm dauert das eine Weile … da kommt dann schon der härtere Sand.

Aber Unimogs fahren auch nicht mit 200km/h zwei betten, eine Küche, ein Wohnzimmer durch die Gegend.

so das wars (schon)

Manche werden jetzt sagen … hab ich alles schon gewußt … was soll das, will der uns auf den Arm nehmen … nein … will ich nicht, der lange Text ist eher für die, die es nicht wußten.

Andere werden sagen, was erzählt der für einen Scheiß … Recht haben Sie, denn ich bin leider nur Laie und das führt zu Ungenauigkeiten, aber für, die es wirklich besser wissen, hab ich den Schmarrn auch nicht getippt, sondern für den Rest, die immer wieder im Board fragen … wozu Differentialsperre, wozu 4-Motion, etc.

Solong


Gypsy
 
AW: Differnzialsperre und Einparkhilfe

Hallo Gypsy!

Danke für Deine Erklärung. Auch wenn diese evtl. jetzt von Experten verissen wird, mir reicht das genannte. Deine Zusammenfassung erklärt auch warum ich einen Unimog, mitsamt seiner Abschleppkette, brauchte um meinen 4-Motion wieder "aus der Scheisse" rauszuziehen ;(

Tschökes, Arndt.
 
AW: ESP und differnzialsperre

Moin,

Ein Zusatz.

ASR macht Schlupfregelung beim Anfahren, aber IMHO nur, wenn BEIDE Räder durchdrehen. Knallt schön.

Fehlt in der Liste: Es gibt dann noch die EDS - elektronische Differentialsperre - die wirkt über die Abs Regelung dem Schlupf EINES Rades entgegen - ich weiss nicht, ob das immer bei unseren T5 eingebaut ist.

Dass das ESP aktiv in die Lenkung eingreift, würde mich stark wundern - wie ???
Ich habe es auch noch nie beobachtet. Wenn ich an der Nordseeküste bin, drehe ich immer meine Runden auf dem Strandparkplatz: untersteuert beisst das ESP ins innere Hinterrad, bricht das Heck aus, beissts in das vordere äussere Rad. habe es vor ein paar Tage mit einem A4 ausprobiert - klappt erstaunlich gut.

Manchmal verdaddelt sich das ESP - Freund von mir ist aus weichen Schnee mit Daimler erst rausgekommen, als er das ESP ausgestellt hat.
 
AW: ESP und differnzialsperre

Moin,

soweit schon mal klasse und ausführlich beschrieben.

2 kleine Fehler sind mir aufgefallen.

Zum einen: das Differential an der Hinterachse beim 2 Motion. Dort ist keins, weil die beiden Hinterräder beim 2 Motion gar keine rotierende Verbindung miteinander haben.

Zum anderen: ein beim Bremsen blockierendes Rad hat eine ähnlich hohe Bremswirkung wie ein Rad kurz vor der Blockiergrenze. Es ist bloß aufgrund seiner Blockade nicht mehr fähig Seitenführungskräfte aufzubauen. Deswegen fallen Motorradfahrer mit blockierenden Rädern halt meist auf die Schnauze und vor ABS rauschten die meisten bremsenderweise ins Hindernis, weil sie nicht mehr ausweichen konnten.
Früher lernte man, Vollbremsung bis kurz vors Hindernis, dann Bremse loslassen zum ausweichen. Da den meisten Verkehrsteilnehmern allerdings die Fähigkeit (coolness, Reflexe, nennt es wie ihr wollt) fehlt in einer Gefahrensituation bei einer Vollbremsung (gerne auch mit geschlossenen AUGEN) die Bremse rechtzeitig zu lösen, haben halt ein paar Ingenieure das ABS erfunden, das es auch dem "Normalo" ermöglicht, vollbremsender Weise um ein Hindernis drumherum zu lenken.

EDS ist, glaub ich, nur die Bezeichnung bei einem anderen KFZ-Hersteller, denn um den Kunden zu verwirren, taufen die gerne die gleichen Systeme auf andere Namen.

Gruß Tom
 
AW: ESP und differnzialsperre

das Differential an der Hinterachse beim 2 Motion. Dort ist keins, weil die beiden
Hinterräder beim 2 Motion gar keine rotierende Verbindung miteinander haben.


Sorry ...

1. braucht es keins, und 2. braucht es keins und 3. ...


ein beim Bremsen blockierendes Rad hat eine ähnlich hohe Bremswirkung
wie ein Rad kurz vor der Blockiergrenze. Es ist bloß aufgrund seiner Blockade
nicht mehr fähig Seitenführungskräfte aufzubauen.


Wer seinen Führerschein und die ersten 500.000km noch vor ABS gemacht hat
(so wie Einer Meiner), der hat das auch öfters üben dürfen ...

Aber vielleicht sollte man darauf hinweisen, dass mangels verbleibender Seiten-
führungskräfte ein Entlasten des Bremspedals nicht nur kurz vor dem Impact auf
ein Hinderniss, sondern z.B. auch zum bremsenden Durchfahren einer Kurve nötig ist,
weil man sonst im Acker landet, einen Unimog braucht und auch sonst noch eine
Menge passieren kann.

Mit ABS übernimmt das elektronische Schutzenegelchen diese Arbeit
(nicht nur bei Motorradfahrern).

Danke für die Hinweise

solong



Gypsy
 
AW: ESP und differnzialsperre

Dass das ESP aktiv in die Lenkung eingreift, würde mich stark wundern - wie ???

Das tut es bei unserem T5.1 auch nicht. Beim Golf VI und vielen anderen Fahrzeugen
ist ein aktiver Lenkeingriff heute ein Bestandteil des ESP Systems. Die Lenkarbeit
übernimmt eben ein Motörchen. Das das funktioniert (offensichtlich) sieht man
z.B. beim Volkswagen Parkpilot, der Dein Auto automatisch in die Parklücke lenkt.

Nur noch Gasgeben und rechtzeitig Bremsen und zuvor langsamer als mit 30km/h an
einer riesigen Parklücke vorbeifahren, damit das System die Parkchance auch erkennt.


Manchmal verdaddelt sich das ESP - Freund von mir ist aus weichen Schnee mit
Daimler erst rausgekommen, als er das ESP ausgestellt hat.

Da hat sich das ESP keineswegs verdaddelt.

Da hat er mit dem Ausschalten des ESPs auch die ASR ausgeschaltet.

ASR regelt auf einem Untergrund wie Schnee (auf dem man eben keinen nennens-
werten Reibwert aufbauen kann) durch Bremskraft und einen Eingriff ins Motor-
managment die Antriebskraft bis auf Null runter (Gasfußkompensator).

solong


Gypsy
 
Differenzialsperre - auch "rückwärts" wirksam?

Aber hier hilft uns VWN aus der Patsche, denn für die Hinterachse gibt es eine mechanische Differentialsperre (für vorne leider sehr aufwendig). Kaum ist diese eingelegt reicht ein Hinterrad aus um uns in Bewegung zu setzen. Vorausgesetzt die Reifenaufstandsfläche von nur einem Reifen ist in der Lage auf dem Untergrund genug Reibwert aufzubauen um das ganze Fahrzeuggewicht auch ohne große dynamische Achslasthöhung weit genug aus der Patsche heraus zu bewegen.
Erstmal :danke: für Deine ausführliche Erörterung!

Eine Frage kam mir beim Lesen dieses Threads gerade eben in den Sinn:
Für das Abschalten der HA-DSP heisst es in der Bedienungsanleitung und auch hier im Forum, dass man ggfs. eine halbe Radumdrehung (oder so ähnlich) rückwärts fahren müsste, um die Sperre vollends auszuklinken.
Frage:
Heisst das (im Umkehrschluss), dass die HA-DSP nur im Vortrieb einsetzbar ist? :confused:
Und nicht beim Rückwärtsfahren aus dem Schmodder? :confused:

Wohldifferenzierende und unsperrige Grüße ;)
Ernest
 
AW: Differenzialsperre - auch "rückwärts" wirksam?

Hallo,

um die mechanische HA Differentialsperre erfolgreich auszuschalten muss der Antriebsstrang
vollständig entlastet sein, was durch den Wechsel von Vorwärts- auf Rückwärtsfahrt gewährleistet
ist. Ist die Differentialsperre eingelegt, so wirkt sie in beide Fahrtrichtungen.

Wie das im Detail "funktioniert" weiß ich leider nicht. Bei mir ging Sie bisher immer brav raus,
auch ohne Rückwärtsfahrt. Im Offroad Park Training habe ich sie fast ständig gebraucht, im
zivilen "Alltagsverkehr" erst 4-5 mal., d.h. so oft ein- und ausgeschaltet habe ich das Teil noch
nicht ... aber immer wieder beruhigend zu wissen, dass man noch eine Reserve hat.

solong


Gypsy
 
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