Raketenrudi
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- TDI® 110 KW EU6 / 6d-temp CXHA
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- BXU
Moin zusammen,
ich habe letzte Woche mein Dachzelt montiert und dabei ein Problem gehabt, das ich vorher nirgends beschrieben gefunden habe. Beide Produkte sind hier im Board öfter Thema, deshalb schreibe ich es auf. Netto 9 Stunden hat es mich gekostet, überwiegend allein mit gelegentlicher Hebehilfe.
Setup
Das Problem
Die Alu-Montageschienen am Zeltboden sitzen weit innen, nicht am Zeltrand. Da Rack und Zelt praktisch gleich breit sind, liegen damit sämtliche Befestigungspunkte unter dem Zelt, sobald es oben liegt. Betroffen sind nicht nur die Zelthalter, sondern auch die M6-Linsenkopfschrauben Strebe → Seitenteil am Rack selbst.
Rankommen müsste man also von unten. Und da liegt der eigentliche Knackpunkt: Der begrenzende Spalt ist nicht der zwischen Rack und Zelt, sondern der zwischen Dach und Rack. An der engsten Stelle sind das wegen der Dachwölbung rund 3–4 cm. Ein durchschnittlicher Unterarm passt da nicht weit genug durch, um mit Werkzeug an eine Schraube zu kommen.
Zwei Dinge, die man deshalb vergessen kann:
Wie ich es gelöst habe
Zelt auf den Kopf legen und das komplette Rack am Boden auf dem Zelt montieren. Alles zugänglich, alles in Ruhe.
Muttern sorgfältig kontern. An diese Verbindungen kommt man später nie wieder ran.
Dann das Gesamtkonstrukt aufs Auto heben: Rack 38 kg + Zelt 75,6 kg, zusammen rund 114 kg. Wir waren zu fünft, zu sechst wäre besser gewesen, mit Lift natürlich am entspanntesten. Die Angabe „2–4 Personen" von qeedo gilt fürs Zelt allein, nicht für dieses Paket.
Wichtig, weil es die ganze Methode trägt: Die Fußschrauben in die Dach-Fixpunkte (M6×20 Zylinderkopf, L40168, plus Sperrkantscheibe L40169) bleiben zugänglich, auch wenn die Seitenteile schon montiert sind. Wäre das nicht so, könnte man das Konstrukt zwar hochheben, aber nicht befestigen. Alles am Ende mit 6 Nm anziehen, danach Abdeckkappen drauf und nach ein paar hundert Kilometern nochmal nachziehen.
Mein Umweg, den ihr euch sparen könnt: Ich hatte das Rack zuerst oben auf dem Dach zusammengeschraubt, weil ich zu dem Zeitpunkt noch nicht wusste, dass es wieder runter muss. Am Boden zusammenbauen geht deutlich schneller. Der einzige Vorteil meiner Reihenfolge war, dass die Bohrungen danach zu 100 % auf den Fixpunkten saßen.
Zwei Details, die den Unterschied machen
Auch die kurzen mitgelieferten qeedo-Schrauben sind eine Spur zu lang und würden am Dach anstoßen. Das Montageset enthält je 8 kurze und 8 lange M8-Schrauben, und selbst die kurzen reichen bei dieser Aufbauhöhe nicht. Es gibt sie noch kürzer, mein Händler hatte sie auf Lager. Bei qeedo direkt anfragen sollte auch gehen. Ohne die wäre der Tag an der Stelle zu Ende gewesen.
Der Dachzelt-Halter von ND-Rack baut sehr flach und passt gut zu den kurzen Schrauben. Die qeedo-Halter (je 4 große und 4 kleine liegen bei) hätten auch funktioniert, die ND-Variante ist einfach flacher und formschöner. Als Rutschsicherung habe ich die von qeedo mitgelieferten Gummischläuche verwendet, ein alter Fahrradschlauch tut es vermutlich genauso.
Was sonst noch relevant ist
Strebenabstand war unkritisch. qeedo verlangt 70–155 cm zwischen den Befestigungspunkten, mindestens 80 cm. Mit den Positionen des G1 problemlos erfüllt, es musste keine Strebe versetzt werden.
Zeltposition: Ich habe das Zelt in die vordere Rack-Hälfte gesetzt, hinten bleibt ca. 70 cm Plattform frei. Heckklappenfreigang passt, und die Last sitzt näher an der Vorderachse, was der 36-%-Vorderachsregel entgegenkommt statt gegen sie zu arbeiten.
Dachlast: Träger 38 kg + Zelt 75,6 kg = 113,6 kg, mit den 5 % Fertigungstoleranz nach DIN 70020 rund 119 kg. Beim Normaldach mit mindestens 3 Grundträgern erlaubt VW laut Aufbaurichtlinien 150 kg dynamisch, beim Mittelhoch- und Hochdach sind es 0 kg. Wer also ein H2/H3 fährt, für den erübrigt sich das Thema ohnehin.
Rack und Zelt sind ab jetzt ein dauerhaftes Paar. Zelt runter heißt Rack runter, heißt wieder fünf bis sechs Leute oder Lift. Wer das Zelt saisonal abnehmen will, sollte das vor dem Kauf durchdenken. Sonst fährt man die 114 kg Dachlast, die 120-km/h-Empfehlung, die Seitenwindempfindlichkeit und den Mehrverbrauch das ganze Jahr mit, auch im Winter, wo man das Zelt nicht braucht.
Wer kein Plattform-Rack braucht, hat das Problem vermutlich gar nicht. Mit einzelnen Querträgern statt durchgehender Plattform dürfte sich die Sache anders darstellen. Ich habe das nicht geprüft, ich wollte ausdrücklich ein Rack.
Was ich den Herstellern vorschlagen würde
An ND-Rack: höhere Füße als Option. 2–3 cm mehr Luft zwischen Dach und Rack würden das Problem vermutlich vollständig auflösen. Der Wölbungsausgleich über unterschiedlich hohe Füße müsste natürlich erhalten bleiben. Wer knapp unter einer Höhengrenze liegt, sollte das allerdings vorher durchrechnen.
An qeedo: die Alu-Montageprofile weiter an den Zeltrand setzen. Oder, wahrscheinlich auch als Nachrüstsatz machbar, zwei zusätzliche Profile am Rand. Dann lägen die Befestigungspunkte außerhalb der Zugangslinie.
Fragen gerne. Und falls jemand dieselbe Kombination fährt und einen besseren Weg gefunden hat, würde ich den wirklich gern hören.
ich habe letzte Woche mein Dachzelt montiert und dabei ein Problem gehabt, das ich vorher nirgends beschrieben gefunden habe. Beide Produkte sind hier im Board öfter Thema, deshalb schreibe ich es auf. Netto 9 Stunden hat es mich gekostet, überwiegend allein mit gelegentlicher Hebehilfe.
Setup
- VW T6 Transporter, langer Radstand, Normaldach (H1)
- ND-Rack G1 Plattform, Fixpunktmontage, Aufbauhöhe 6 cm, Streben 40 × 20 mm, Trägerlänge 2.990 mm, 38 kg
- qeedo Freedom Family 4, geschlossen 222 × 142 × 30 cm, 75,6 kg
- Rack und Zelt sind praktisch gleich breit
Das Problem
Die Alu-Montageschienen am Zeltboden sitzen weit innen, nicht am Zeltrand. Da Rack und Zelt praktisch gleich breit sind, liegen damit sämtliche Befestigungspunkte unter dem Zelt, sobald es oben liegt. Betroffen sind nicht nur die Zelthalter, sondern auch die M6-Linsenkopfschrauben Strebe → Seitenteil am Rack selbst.
Rankommen müsste man also von unten. Und da liegt der eigentliche Knackpunkt: Der begrenzende Spalt ist nicht der zwischen Rack und Zelt, sondern der zwischen Dach und Rack. An der engsten Stelle sind das wegen der Dachwölbung rund 3–4 cm. Ein durchschnittlicher Unterarm passt da nicht weit genug durch, um mit Werkzeug an eine Schraube zu kommen.
Zwei Dinge, die man deshalb vergessen kann:
- Die Höherlegung hilft nicht. Sie hebt das Zelt über das Rack. Der kritische Spalt liegt aber darunter. Bei ND-Rack ist das der Aufpreis für die Halter-Variante MIT Höherlegung (L40327) — wer die wegen dieses Problems bestellt, kauft das falsche Teil.
- Nur die betroffenen Querstreben vorab montieren geht auch nicht. Naheliegender Gedanke: die zwei Streben lösen, am Boden ans Zelt schrauben, dann wieder ins Seitenteil setzen. Scheitert daran, dass auch diese Schrauben unter dem Zelt liegen.
Wie ich es gelöst habe
Zelt auf den Kopf legen und das komplette Rack am Boden auf dem Zelt montieren. Alles zugänglich, alles in Ruhe.
Muttern sorgfältig kontern. An diese Verbindungen kommt man später nie wieder ran.
Dann das Gesamtkonstrukt aufs Auto heben: Rack 38 kg + Zelt 75,6 kg, zusammen rund 114 kg. Wir waren zu fünft, zu sechst wäre besser gewesen, mit Lift natürlich am entspanntesten. Die Angabe „2–4 Personen" von qeedo gilt fürs Zelt allein, nicht für dieses Paket.
Wichtig, weil es die ganze Methode trägt: Die Fußschrauben in die Dach-Fixpunkte (M6×20 Zylinderkopf, L40168, plus Sperrkantscheibe L40169) bleiben zugänglich, auch wenn die Seitenteile schon montiert sind. Wäre das nicht so, könnte man das Konstrukt zwar hochheben, aber nicht befestigen. Alles am Ende mit 6 Nm anziehen, danach Abdeckkappen drauf und nach ein paar hundert Kilometern nochmal nachziehen.
Mein Umweg, den ihr euch sparen könnt: Ich hatte das Rack zuerst oben auf dem Dach zusammengeschraubt, weil ich zu dem Zeitpunkt noch nicht wusste, dass es wieder runter muss. Am Boden zusammenbauen geht deutlich schneller. Der einzige Vorteil meiner Reihenfolge war, dass die Bohrungen danach zu 100 % auf den Fixpunkten saßen.
Zwei Details, die den Unterschied machen
Auch die kurzen mitgelieferten qeedo-Schrauben sind eine Spur zu lang und würden am Dach anstoßen. Das Montageset enthält je 8 kurze und 8 lange M8-Schrauben, und selbst die kurzen reichen bei dieser Aufbauhöhe nicht. Es gibt sie noch kürzer, mein Händler hatte sie auf Lager. Bei qeedo direkt anfragen sollte auch gehen. Ohne die wäre der Tag an der Stelle zu Ende gewesen.
Der Dachzelt-Halter von ND-Rack baut sehr flach und passt gut zu den kurzen Schrauben. Die qeedo-Halter (je 4 große und 4 kleine liegen bei) hätten auch funktioniert, die ND-Variante ist einfach flacher und formschöner. Als Rutschsicherung habe ich die von qeedo mitgelieferten Gummischläuche verwendet, ein alter Fahrradschlauch tut es vermutlich genauso.
Was sonst noch relevant ist
Strebenabstand war unkritisch. qeedo verlangt 70–155 cm zwischen den Befestigungspunkten, mindestens 80 cm. Mit den Positionen des G1 problemlos erfüllt, es musste keine Strebe versetzt werden.
Zeltposition: Ich habe das Zelt in die vordere Rack-Hälfte gesetzt, hinten bleibt ca. 70 cm Plattform frei. Heckklappenfreigang passt, und die Last sitzt näher an der Vorderachse, was der 36-%-Vorderachsregel entgegenkommt statt gegen sie zu arbeiten.
Dachlast: Träger 38 kg + Zelt 75,6 kg = 113,6 kg, mit den 5 % Fertigungstoleranz nach DIN 70020 rund 119 kg. Beim Normaldach mit mindestens 3 Grundträgern erlaubt VW laut Aufbaurichtlinien 150 kg dynamisch, beim Mittelhoch- und Hochdach sind es 0 kg. Wer also ein H2/H3 fährt, für den erübrigt sich das Thema ohnehin.
Rack und Zelt sind ab jetzt ein dauerhaftes Paar. Zelt runter heißt Rack runter, heißt wieder fünf bis sechs Leute oder Lift. Wer das Zelt saisonal abnehmen will, sollte das vor dem Kauf durchdenken. Sonst fährt man die 114 kg Dachlast, die 120-km/h-Empfehlung, die Seitenwindempfindlichkeit und den Mehrverbrauch das ganze Jahr mit, auch im Winter, wo man das Zelt nicht braucht.
Wer kein Plattform-Rack braucht, hat das Problem vermutlich gar nicht. Mit einzelnen Querträgern statt durchgehender Plattform dürfte sich die Sache anders darstellen. Ich habe das nicht geprüft, ich wollte ausdrücklich ein Rack.
Was ich den Herstellern vorschlagen würde
An ND-Rack: höhere Füße als Option. 2–3 cm mehr Luft zwischen Dach und Rack würden das Problem vermutlich vollständig auflösen. Der Wölbungsausgleich über unterschiedlich hohe Füße müsste natürlich erhalten bleiben. Wer knapp unter einer Höhengrenze liegt, sollte das allerdings vorher durchrechnen.
An qeedo: die Alu-Montageprofile weiter an den Zeltrand setzen. Oder, wahrscheinlich auch als Nachrüstsatz machbar, zwei zusätzliche Profile am Rand. Dann lägen die Befestigungspunkte außerhalb der Zugangslinie.
Fragen gerne. Und falls jemand dieselbe Kombination fährt und einen besseren Weg gefunden hat, würde ich den wirklich gern hören.
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