Bullifahrer erneuert seine Nockenwe... äh Zylinderkopfdichtung - unfreiwillig.

Bullifahrer24

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Ostwestfalen
Mein Auto
T5 Caravelle
Erstzulassung
2008
Motor
TDI® 75 KW Euro 4 BRS
DPF
ab Werk
Motortuning
Nein
Getriebe
5-Gang
Antrieb
Front
Ausstattungslinie
Basis
Extras
AHK
368000km Laufleistung
Hallo zusammen,

ich möchte Euch heute an einem meiner ärgerlichsten Fehler seit langem teil haben lassen, aber alles der Reihe nach.

Wie es sich in Wup Wup Geräusch am Luftfilterkasten angekündigt hatte, wollte meine Nockenwelle erneuert werden. Gesagt getan, teile bestellt und ein Wochenende freigeräumt.
Also starte ich und pflücke ich also meinen Bus soweit auseinander. Nichts wirklich besonderes bis hier. Erstes learning bis hier hin: Die Schrauben der Zylinderkopfhaube sind *nicht* Verliersicher und können in den Nockenwellentrieb fallen. Aber gut. nichts besonderes Passiert.
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Wer sich an dieser stelle fragt, weshalb der Zahnriemen hier noch auf dem Nockenwellenrad zu sehen ist: Derjenige, der den Zahnriemen zuvor erneuert hatte, hat den Motor anscheinend nicht abgesteckt (die weißen Markierungen sind noch zu sehen X(), sodass ich mir nicht 100%ig sicher war, ob der Motor auf OT steht, weshalb ich mir lieber die Stellung der Nockenwelle angeschaut habe.

Als nächstes habe ich als dann den Zahnriemen ausgebaut, die Schlepphebel gelöst und was halt so alles zu tun ist.

Dann kam der Moment in dem ich rückwirkend betrachtet nicht mehr weiß, weshalb ich so unfassbar blöd war:
Ich wollte die Lagerböcke der Nockenwelle lösen und da die VW Zeichnung an der Stelle nicht besonders hochauflösend ist, und ich einfach unfassbar blöd war, so blöd, dass selbst VW auf diese Eventuallität gekommen ist, habe ich die schrauben des Zylinderkopfes gelöst.1751216362937.webp

Dies fiel mir erst auf, als ich die Schraube aufgrund des Saugrohrs nicht entnehmen konnte.

Nun war guter Rat teuer. Soll ich in den sauren Apfel beißen und die Zylinderkopfdichtung und die Zylinderkopfschrauben erneuern, oder alles einfach wieder anknallen?
Ich habe mich für ersteres entschieden. Also geht unsere Geschichte hier weiter.

Also muss erstmal das Saugrohr raus. Lt. VW muss dazu aber erstmal der AGR kühler runter. dummerweise hatte eine der drei Innensechskantschrauben andere Pläne. Der Sechskant war rund. Na herzlichen Glückwunsch dachte ich mir und sah mich schon mit einem Dremel und Endoskopkamera den Schraubenkopf abschleifen.
Glück im Unglück: die 6 Schrauben des Saugrohrs bekommt man auch ohne ausbau des AGR Kühlers raus - Glück gehabt.

Als nächstes war dann ein Hitzeschutzblech am Abgaskrümmer dran. Dieses ist mit zwei Schrauben befestigt. Beide total vergammelt. Also erstmal Rostlöser drauf und nen Kaffee trinken. Dann nochmal Rostlöser drauf und mit nem Brenner heiß machen.
Schraube eins: **Knack**
Schraube zwei: **Quietsch** und lose.

Naja. Ist zum glück nur ein Hitzeschutzblech.

Nun gehts dem Abgaskrümmer / Turbo an den Kragen. Gleiches Spiel: Rostlöser, Gasbrenner und heißmachen.

Erste Schraube: **Knack**, Mein Gesicht: ;(

Das war der Moment, in dem ich mich dazu entschieden habe, dass der Turbo zusammen mit dem Kopf rauskommen wird.

Nachdem noch ein bisschen mehr Kleinkram erledigt wurde, war es also soweit: der Kopf kam raus.

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Grundsätzlich sehen die Laufflächen für 370000km nicht übel aus.
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Den Kopf habe ich dann erstmal mit in meine Werstatt genommen um mir diesen weiter anzugucken. Ich habe leider kein Foto vor dem Ausbau der Nockenwelle gemacht. Egal. Hier kann man sehen, weshalb ich die ganze Arbeit machen musste: Einer der Hydrostößel ist nicht "nur" verschlissen, er hat ein verdammtes Loch!

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War wohl höchste Eisenbahn. Gemerkt hat man davon erst was aufgrund des Geräusches aus meinem vorherigen Beitrag.


Aufgrund des Bilderlimits folgt alles weitere in dem nächsten Kommentar :)
 

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Bei dem Schadensbild fragt man sich sicherlich: Wie sieht die Nockenwelle aus?
Zusammenfassend: Katastrophal
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Auch die Lager sind absolut fertig:
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Ihr fragt Euch sicherlich, wo das Metallstück aus dem Hydrostößel geblieben ist?
Das habe ich in einem der PDEs wieder gefunden

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Ok, jetzt haben wir aber auch alle Schäden gefunden, richtig? Richtig? RICHTIG?

Nun... Ich habe da schlechte Neuigkeiten:1751217650924.webp

Mir läuft es kalt den Rücken runter, da diese Nocke nicht auf die Hydros, sondern auf die Schlepphebelwelle wirkt. Ich ahne böses und gucke direkt, was eine neue Kostet - ~150 euro... Also direkt nochmal in die Halle gehen und die Welle genau angucken.

Entwarnung. Die sieht entgegen meiner Erwartung noch top aus. Wie sowas hier passieren kann: keine Ahnung.


Auch hier wieder. Es geht in einem weiteren Beitrag weiter.
 
Jetzt da alles zerlegt ist, geht es an's reinigen, die abgebrochenen Bolzen ersezten und so'n Kram. Wenn ich schon den Kopf raus habe, kann ich auch die PDEs direkt neu abdichten und die Ventilschaftdichtungen erneuern.

Also kurzerhand eine Vorrichtung geschweißt um die Ventile bequem ausbauen zu können:
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Auch bei mir haben sich die PDE schon gut in den Kopf gefressen. Dass das nicht mehr ewig halten wird ist mir klar.
Zylinder 1: 1751218012974.webp

Zylinder 2: 1751218051608.webp

Zylinder 3: 1751218064436.webp

Zylinder 4: 1751218077604.webp

Morgen geht das alles nochmal final durch ein Ultraschallbad und danach geht der Zusammenbau wieder los. Mal gucken, ob die kiste überhaubt anspringt, wenn ich damit fertig bin. Nunja. Ihr werdet es hier lesen.

Viele Grüße
Bullifahrer24
 
Was mich sehr gewundert hat ist, dass auf der NW und ZKD kein Herstellerlogo (Weder 3rd party noch VAG) zu erkennen ist. Ist das normal, oder sind die schonmal mit no-name teilen erneuert worden?
Die Nockenwellenlager waren auf jeden fall original VAG teile, die Hydros sind von INA gewesen.

Hat da jemand infos zu? :)
 
Wenn man überlegt, dass diese Motoren für 250tkm konstruiert sind, sieht das alles jetzt nicht so schlecht aus.
 
Nun war guter Rat teuer. Soll ich in den sauren Apfel beißen und die Zylinderkopfdichtung und die Zylinderkopfschrauben erneuern, oder alles einfach wieder anknallen?
Gute Entscheidung - das wäre nie wieder richtig dicht gewesen. - Und die ZKD vom 1,9TDI ist eh kritisch.
 
Moin zusammen,

ich wollte Euch einen kurzen Zwischenstand meines unfreiwilligen Projektes geben.
Den abgerissenen Stehbolzen konnte ich erfolgreich ohne weitere Schäden ausdrehen.
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Nachdem ich den ganzen Zylinderkopf im Ultraschallbad gereinigt habe sieht die Kiste so aus. Alles ist leider nicht weggegangen, aber grundsätzlich bin ich zufrieden.

Die Ventile sind auf dem Bild bereits wieder drin, aber sei's drum. Ich hatte ölige Handschuhe an, weshalb ich nicht regelmäßig Fotos gemacht habe.

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Die PDEs habe ich neu abgedichtet und heute den ganzen Kopf wieder zusammengebaut:IMG_3416.webp

Mal gucken ob ich es morgen schaffe den Kopf wieder auf dem Motor zu montieren. Ansonsten wird das vermutlich Sonntag was werden. Nächsten Donnerstag brauche ich den Bus wieder. Ich muss mich ranhalten.

Bis dahin:

Viele Grüße und ein schönes Wochenende :)
 
Es ist in der Zwischenzeit an dem Bus weitergegangen. Der Kopf ist drauf, und die Abgasanlage wieder drin.

Da ich eine Schraube des AGR Kühlers am Saugrohr beim Ausbau abgerissen hatte, dachte ich mir, dass ich es mit einem Linksausdreher versuche. Das Ergebnis war, dass auch dieser abgerissen ist. Trotz dass ich hochweitiges Werkzeug von einer namenhaften Blauen Firma verwendet hatte. Nunja. Ich hab's dann nochmal versucht und konnte mit meinen HSSE Bohrern von Pferd tatsächlich wieder erwarten nochmal ein Loch in die Schraube und das abgerissene Werkzeug bohren. Mit dem nächst größeren ausdreher ließ sich die Schraube dann lösen. Verbaut habe ich jetzt eine sechskant Schraube anstelle der originalen.
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Tipp für den Wiedereinbau des DPF: Macht es, bevor das Saugrohr wieder montiert wird. Dadurch ist es bedeutend einfacher.

Leider habe ich beim Zusammenbau wieder zu wenig Bilder gemacht.
Die Tage gibts nochmal nen Update. Ich hoffe, dass ich morgen fertig werde.
 
Nach längerer Pause habe ich den Motor wieder zusammen. Leider mit gemischtem Ergebnis (ok, ich rede mir das schön...)
Positiv: Der Motor läuft.
Wie es scheint, ist die Kopfdichtung nicht dicht geworden. Ich kann mir keinen anderen Punkt für einen Wassereintritt in den Verbrennungsvorgang so wirklich vorstellen...


Ich gehe davon aus, dass irgendwas nicht sauber genug war, oder der block selbst geplant hätte werden müssen.
Wie auch immer. Ich hab mir die Karten gelegt und werde vermutlich den Motor einmal im ganzen zum Motorenbauer geben, da ich den wagen behalten möchte aber aktuell weder zeit noch lust auf einen zweiten Anlauf habe.

Ich werde berichten.
Viele Grüße
Bullifahrer
 
Wie es scheint, ist die Kopfdichtung nicht dicht geworden. Ich kann mir keinen anderen Punkt für einen Wassereintritt in den Verbrennungsvorgang so wirklich vorstellen...
Sicher, dass das Wasser ist? Dafür müsste er schon richtig viel verbrauchen.
 
Eigentlich schon. Ich hab extra mal den Strahler ins abgas gestellt. Für Sprit (was ich erst dachte) ist es aus meiner Sicht zu hell und für öl müsste es bläulich sein.
Sprit dachte ich auch erst, da ich ja die PDEs raus hatte und neu abgedichtet habe. Zudem riecht für mich nicht extrem nach Diesel, wobei mir da aber der Vergleich fehlt.
 
...Zudem wird der Weiße rauch auch mit steigender Betriebstemperatur mehr, wobei es auch die betriebsdauer sein könnte.
 
für öl müsste es bläulich sein.
Das ist kein Benziner. Ein Diesel verbrennt alles, was in den Brennraum kommt.

Auch eine nicht saubere Verbrennung von Diesel kann so aussehen.

Die ganzen alten "Regeln": Öl blau, Wasser weiß usw. stammen aus den 50er Jahren und sind vielfach Unsinn.

Damit man weißen Qualm aus dem Auspuff sieht, muss man schon 1l Kühlmittel/100km "verbrennen".
 
hmm. wieder was dazu gelernt.
Ich werd mal gucken, was der Motorenbauer dazu sagt. Ich fahre morgen früh da mal hin.

Grundsätzlich steht für mich schon fest, dass ich die PDEs einmal generalüberholt haben möchte und ein neuer ZK verbaut werden soll. Bzgl. des Herstellers werde ich mich beraten lassen (gerne auch Erfahrungen da lassen :) ). Zur Auswahl stünden aus meiner Sicht AMC und Kolbenschmidt.
Ob es Übermaßkolben geben wird, wird vmtl. erst die Demontage entscheiden. Selbiges gilt für alle anderen potenziellen Verschleißteile (Ölpumpe, Kurbelwelle, Nockenwelle, etc.)
Da ich einen fabrikneuen Turbo von BorgWarner hier bereits seit längerem rumliegen habe, würde ich diesen vmtl. verbauen lassen.


Mein Ziel ist es danach wieder einen Motor zu haben, bei dem ich mir keine Gedanken mehr um die Zuverlässigkeit machen muss.


Edit:
Dass sämtliche Lager in dem zug erneuert werden sollen, versteht sich denke ich von selbst
 
Bist du mir dem Auto nach dem Zusammenbau mal richtig gefahren? Ggf. erledigt sich das von alleine. Einmal richtig warm fahren und dann manchmal schauen. Auch mal ein bissle Last geben.

Gruß, Yogi
 
Hatte das auch schon, dass nach einem Komplettzusammenbau der Motor erst mal ordentlich weiß qulamt...
 
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